11.06.14

3 Gründe weshalb der Euro tiefer als 1,2170 Franken fällt

Am Devisenmarkt zieht es den Euro zum Franken nun doch nach unten. Aktuell notiert das Währungspaar mit fallender Tendenz bei 1,2170. Es gibt derzeit drei Beweggründe, die für eine weitergehende Abschwächung der Gemeinschaftswährung sprechen:

1) Risikobereitschaft
An den Aktienmärkten ist die Rekordjagd erst einmal vorbei. Der Dax fällt unter 10.000 Punkte, nachdem er zuvor ein Rekordhoch bei 10.034 Zählern markierte. Dies könnte der Auftakt einer Korrekturbewegung sein. Bei einem Rückgang des Risikobereitschaft würden sichere Häfen, zu denen der Schweizer Franken zählt, wieder stärker gefragt sein.

2) EZB längst nicht am Ende
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrem geschnürten Maßnahmenpaket (siehe unten) das Ende der Fahnenstange offenbar noch längst nicht erreicht. EZB-Vizepräsident Vitor Constancio und Ratsmitglied Jozef Makuch brachten nach denen erst vor einer Woche vorgenommenen Lockerungen weitere Senkungen des Zinskorridors sowie Staatsanleihekäufe ins Gespräch.

3) Teuerung Schweiz
Die Inflationsrate in der Schweiz kletterte zuletzt deutlich stärker als von Volkswirten erwartet. So stieg die jährliche Teuerung von 0,0 Prozent im April 2014 auf 0,2 Prozent im Mai 2014, wie das Bundesamt für Statistik in Neuchâtel mitteilte.

Devisenexperten sind der Meinung, dass der Ofen für den Mindestkurs aus wäre, alsbald die Inflationsrate auf 1,0 Prozent anzöge. Die Schweiz könnte sodann die im September 2011 bei 1,20 Franken eingeführte Euro-Untergrenze nicht mehr mit der Bekämpfung von Deflationsgefahren rechtfertigen.

Zum Thema:
Der große Schweizer Mindestkurs-Schwindel (Teil 3 - Außenhandel)


Am 5. Juni 2014 von der EZB beschlossene Lockerungen:
  • Leitzinssenkung von 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent
  • Einlagenzinssenkung von 0,00 Prozent auf -0,10 Prozent
  • 400 Milliarden Euro 4-Jahres-Kredite für Banken (TLTRO)
  • Sterilisierung aufgehoben: Liquidität aus früheren EZB-Staatsanleihekäufen wird nicht weiter abgeschöpft
  • Keine Mengenbeschränkung für Refinanzierung der Geschäftsbanken mit Zentralbankgeld bis 2016 verlängert
  • Erweiterung der Liste der Wertpapiere, die Banken bei der EZB als Pfand für Notenbankgeld hinterlegen können