7.10.13

Warum der US-Haushaltsstreit gut für die Märkte ist

Am Devisenmarkt gerät der Euro gegenüber dem Schweizer Franken zum Wochenauftakt unter Verkaufsdruck. Das Währungspaar sinkt von 1,2301 auf 1,2252. Weil sich in den USA kein Ende des Haushaltstreits abzeichnet, steht plötzlich die US-Notenbank Fed im Fokus. Sie dürfte von einer Drosselung ihres Anleihekaufprogramms (Tapering) absehen und die Risikobereitschaft vorerst hoch halten.

Investoren hatten am Freitag mit Spannung auf den amerikanischen Arbeitsmarktberichtes gewartet. Allerdings musste das Arbeitsministerium die Veröffentlichung wegen des Shutdowns ins Wasser fallen lassen. Somit gibt es keine neuen Berichte über den tatsächlichen Zustand der US-Volkswirtschaft. Die Fed ist jedoch genau auf diese Zahlen als Entscheidungsgrundlage für eine Drosselung der Anleihekäufe angewiesen.

Im Zweifel wird sich Notenbankchef Ben Bernanke und seine mögliche Nachfolgerin, die Fed-Vizepräsidentin Janet Yellen, für eine Beibehaltung der monatlichen Käufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren von 85 Milliarden Dollar entscheiden. Die Stimmung an den Aktienmärkten dürfte daher gut bleiben.

Krisenausputzer

"Für den Oktober ist der Taper vom Tisch, was wie ein Silberstreif für die Märkte ist", zitiert Bloomberg den Chef für Aktienstrategie Phil Orlando von Federated Investors. "Vor dem Hintergrund fehlender Arbeitsmarktdaten und dem potentiellen Bruch der Schuldenobergrenze gibt es aus meiner Sicht keine Chance für einen Beginn des Tapers beim Treffen der Fed am 29./30. Oktober, erklärt Orlando, dessen Firma 380 Milliarden US-Dollar verwaltet.

Neben der Fed hat auch die Europäische Zentralbank (EZB) klar gemacht, dass sie jegliche Anzeichen einer Krise durch die Flutung der Märkte mit Zentralbankgeld ersticken wird. EZB-Chef Draghi hat Notkredite für die angeschlagenen Banken der Eurozone in Aussicht gestellt.

Weil kein Ende der ultralockeren Geldpolitik absehbar ist, könnten die Aktienmärkte in den kommenden Wochen neue Rekordhochs erreichen. Der Schweizer Franken neigt dazu in einem Umfeld mit steigender Risikobereitschaft abzuwerten. Sollte der Eurokurs die derzeit bei 1,2305 Franken liegende 200-Tage-Linie überspringen, könnte es daher zu einer Mini-Rallye auf 1,25 kommen.

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