30.11.12

Schweizer Wirtschaftswachstum verliert 2012/13 an Schwung

Die Schweizer Wirtschaft wird von der Eurokrise immer stärker erfasst. Das KOF Konjunkturbarometer ist im November zum zweiten Mal in Folge gesunken. Es gab einen Rückgang um 0,14 auf 1,50 Zähler. Ökonomen hatten mit 1,61 Punkten gerechnet. Beim Eurokurs CHF bleibt die Lage gedämpft. Während die Gemeinschaftswährung über 1,30 US-Dollar klettert, verharrt das Devisenpaar Euro Franken bei 1,2040.

„Die Schweizer Wirtschaft dürfte an Schwung verlieren“, schreibt die Konjunkturforschungsstelle (KOF). Hintergrund sind die schlechteren Absatzchance im Ausland sowie die etwas an Kraft verlierende Baukonjunktur. Das Konjunkturbarometer wäre noch stärker gefallen, wenn sich der inländische Konsum nicht so robust gehalten hätte. Dieser bleibe ein „Zugpferd für die Schweizer Wirtschaftsentwicklung“, erklärt die KOF.

Man gehe derzeit nicht davon aus, dass die Schweiz in eine Rezession abgleiten wird, sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, in einem Gespräch mit dem „Tages-Anzeiger“. Die SNB rechnet für das Gesamtjahr mit einer Zunahme des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von rund 1,0 Prozent. Das Wirtschaftswachstum der Eurozone wird dieses Jahr voraussichtlich bei minus 0,4 Prozent liegen.

Leitzinssenkung

Die Teuerung im Euroraum hat sich im November weiter verlangsamt. Die jährliche Inflationsrate lag bei 2,2 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat heute mitteilte. Das ist eine kleine Sensation, weil die Rate des Vormonats bei 2,5 Prozent gelegen hatte.

Weil die Euro-Inflationsrate kurz davor ist unter der Zweiprozentmarke zu tauchen, könnte die Europäische Zentralbank (EZB) rascher zu einer Leitzinssenkung kommen als bisher angenommen. Anfang Juli senkte die EZB den Schlüsselzins von 1,00 auf 0,75 Prozent. Sollte Notenbankchef Mario Draghi den Leitzins auf 0,50 Prozent verringern, würde der Aufwertungsdruck des Schweizer Frankens gewiss nicht geringer werden.