20.11.12

Moody’s verpasst Frankreichs Bonitätsnote Sozialismus-Abschlag

Ein halbes Jahr schaute sich die Ratingagentur Moody’s das Sozialismus-Projekt von Frankreich Staatspräsident Francois Hollande an. Nachdem sich herausgestellte, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone durch die Einlösung von Hollandes Wahlversprechen Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt hat, ist Schluss mit der Schonzeit. Neben Standard & Poor’s stufte nun auch Moody’s die Kreditwürdigkeit herab.

Den Wechselkurs des Euro belastet die Herabstufung kaum. Gegenüber dem US-Dollar notiert der Euro aktuell bei 1,2790. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,2762 festgesetzt. Der Kurs des Euros zum Schweizer Franken schafft nicht den Sprung über den wichtigen Widerstand bei 1,2060. Die Gemeinschaftswährung kostet derzeit 1,2044 CHF.

Senkungen des Renteneintrittsalters, Erhöhungen des Kündigungsschutzes, die Aufblähung der öffentlichen Beschäftigung und das Einfrieren der Benzinpreise auf Staatskosten. Diese Maßnahmen haben alles andere als dazu beigetragen Frankreichs Fiskalposition zu verbessern. Man hat gegenüber anderen Euroländern wie Spanien an Wettbewerbsfähigkeit verloren.

Moody’s begründet den Entzug der Top-Bonitätsnote „AAA“ mit den eingetrübten Wachstumsaussichten der französischen Volkswirtschaft. Hintergrund sei der starre Arbeitsmarkt sowie die mangelnde Innovationsfähigkeit der Unternehmen. Die Exportindustrie des Landes kann bei der Herstellung von Endprodukten schon seit geraumer Zeit deutschen Firmen nicht mehr das Wasser reichen.

Zinsentwicklung zehnjährige Staatsanleihen Frankreich (Bild: Bloomberg)

Die Zinsen für französische Zehnjahrespapiere steigen auf 2,10 Prozent nach 2,07 Prozent am Vortag. Hollandes sechsmonatiges Sozialismus-Projekt könnte den französischen Steuerzahler beim Zinsdienst zukünftig teuer zu stehen kommen. Viele Investmentfonds dürfen sich nur Staatsanleihen solcher Länder ins Depot legen, die bei zwei der drei wichtigen Ratingagenturen ein „AAA“ haben.