21.09.12

SNB-Vize Danthine findet Abwertung des Schweizer Frankens toll

Der Eurokurs schafft den Sprung zurück über die Marke von 1,22 CHF. Zum Handelsbeginn in Europa steigt das Devisenpaar auf EUR/CHF 1,2118. Die Unterstützungszone bei 1,2065-1,2080 hielt. Inzwischen hat sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu den jüngsten Wechselkursentwicklungen geäußert. Man ist erleichtert, nicht mehr frustriert.

Auf die Frage, ob er über die Abwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro glücklich sei, sagte SNB-Vize Jean-Pierre Danthine gegenüber dem Finanzdienst Bloomberg am Rande einer Konferenz in Lausanne, „natürlich”. Ob sich die Gemeinschaftswährung noch weiter abschwächt, werde von den Entwicklungen in der Eurozone abhängen, erklärte Danthine.

Mitte März 2012, beim Geldmarkt-Apéro der Nationalbank, bezeichnet Danthine die Bewegung des Euros Richtung 1,20 CHF als „enttäuschend“. Damals flutete die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren Dreijahres-Krediten an die Banken die Märkte mit billigem Geld und brachte Sicherheit vorübergehend zurück. Beim Euro CHF Kurs kam davon seinerzeit nichts an.

Spanien-Lösung

Während sich der Eurokurs CHF auf dem Weg zu seinem Achtmonatshoch vom 17. September bei 1,2082 CHF macht, erobert der Euro Dollarkurs die Marke von 1,30 zurück. Das Devisenpaar befindet sich wieder im Steilflug und wird um 11:00 Uhr mit 1,3043 um mehr als ein Cents höher als am Vortag gehandelt.

Spanien führe derzeit Geheimverhandlungen mit der Europäischen Kommission, berichtet die „Financial Times“. Madrid wolle die Forderungen der internationalen Geldgeber erfüllen, bevor es einen Antrag stelle, damit es keine Troika-Kommissare ins Land lassen müsse. Spanien hielt in der ersten Jahreshälfte die Finanzmärkte mit seinen maroden Sparkasse Bankia in Atem.

Seit einigen Monaten bereiten die klammen Regionen Sorgen. Die Eurogruppe hat dieses Jahr bereits zweimal die Defizitziele für Spanien erhöht. Die Staatsverschuldung könnte nach EZB Hochrechnungen bis zum Jahr 2015 auf über 100 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen. Spaniens Arbeitslosenquote von 25 Prozent ist weltweit die höchste.