13.09.12

Nationalbank meißelt den Euro Mindestkurs tiefer in den Stein


„Die Schweizerische Nationalbank behält den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro unverändert bei und wird ihn auch in Zukunft mit aller Konsequenz durchsetzen. Sie ist weiterhin bereit, dazu Devisen in unbeschränkter Höhe zu kaufen“, schreiben die Notenbanker in der aktuellen geldpolitischen Lagebeurteilung.

Am Devisenmarkt geht das Gemurkse derweil weiter. Der Eurokurs fällt um 9:30 Uhr auf 1,2079 CHF und steigt anschließend bis 10:34 Uhr auf 1,2108. Händler machen einen Haken hinter das deutsche Bundesverfassungsgerichtes und die Schweizerische Nationalbank. Das letzte Großevent der Woche ist heute um 18:30 Uhr, wenn die US-Notenbank Fed die Ergebnisse ihrer zweitägigen Sitzung verkündet.

„Der Franken ist nach wie vor hoch bewertet und belastet die Schweizer Wirtschaft. Die Nationalbank wird deshalb eine Aufwertung des Frankens mit ihren schwerwiegenden Folgen für die Preis- und Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz nicht zulassen. […] Die Prognose geht nach wie vor von einer Abschwächung des Frankens über den Prognosezeitraum aus“, stellt die SNB fest.

Schwarzmaler

Notenbankchef Thomas Jordan sieht den Konjunkturverlauf skeptisch. So gehen die eidgenössischen Währungshüter nicht länger von einem Schweizer Wirtschaftswachstum in der Größenordnung von 1,5 Prozent aus. Wegen schlechterer wirtschaftlicher Aussichten erwartet die SNB für 2012 ein Wachstum von rund 1,0 Prozent.

Als Besonders wichtig für das Bestehenbleiben des Mindestkurses schätzen Devisenstrategen die Inflationsentwicklung ein. Die Nationalbank korrigiert die Teuerungsprognosen nach unten, wodurch die Durchsetzung des Mindestkurses über die Notenpresse glaubwürdiger wird. Für 2012 erwartet die SNB eine Jahresinflation von -0,6 Prozent (zuvor -0,5 Prozent). 2013 soll die Teuerung bei 0,2 Prozent (zuvor 0,3 Prozent), 2014 bei 0,4 Prozent (zuvor 0,6 Prozent) liegen.

SNB Beobachter sind der Meinung, dass die Nationalbank den Wirtschaftsausblick diesmal vielleicht ein wenig pessimistischer gewählt hat, damit sie die Teuerungsprognosen nach unten korrigieren kann und die Angst in der Schweizer Bevölkerung vor einer übermäßigen Inflation im Zuge der Mindestkurs-Politik gedämpft wird.