18.09.12

Kasse machen! Risikoscheu drückt Euro von 1,2182 auf 1,2109 CHF


Gewinne werden mitgenommen, in erster Linie an den Aktienmärkten. Unter der geringeren Risikobereitschaft leidet auch der Wechselkurs des Euros gegenüber dem Schweizer Franken. Das Devisenpaar fällt auf EUR/CHF 1,2109. Zum Wochenauftakt kletterte der Eurokurs auf ein Achtmonatshoch bei 1,2182 CHF.

„Auch in der Schweiz ist die internationale Konjunkturabkühlung angekommen. Angesichts des gedämpften weltwirtschaftlichen Umfelds erwartet die Expertengruppe des Bundes für die kommenden Quartale eine Fortsetzung der verhaltenen Konjunktur mit leicht zunehmender Arbeitslosigkeit“, schreibt das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).

Am Devisenmarkt erhält der Euro auch einen Dämpfer bei seiner Kursentwicklung zum Dollar. Der Währungskurs sinkt in den zurückliegenden 18 Stunden von EUR/USD 1,3171 auf 1,3064. Charttechniker verweisen auf den überkauften Zustand des Euros und rechnen in den nächsten Tagen mit einer Talfahrt bis zur technischen Unterstützung bei 1,2970.

Schweizflucht

Zu einer wichtigen Variablen bei der zukünftigen Entwicklung des Euros zum Schweizer Franken könnten Geldumschichtungen reicher Euro-Europäer werden. Wegen des internationalen Drucks auf Steuerflüchtlinge gehe man davon aus, dass Hunderte Milliarden Franken aus der Schweiz abfließen werden würden, sagte UBS-Vermögensverwaltungschef Jürg Zeltner dem Magazin „Schweizer Bank“.

Von der UBS, dem größten Geldhaus der Eidgenossenschaft, dürften alleine zwölf bis 30 Milliarden Franken abgezogen werden, prognostiziert Zeltner. Die Kapitalabflüsse nehmen Aufwertungsdruck vom Franken und könnten mit dazu beitragen, dass der Euro rascher zu seinem Kaufkraftparitäts-Wechselkurs steigt, der laut UBS bei 1,33 CHF liegt.