05.09.12

Chinesen trotz starkem Franken emsige Schweiz Urlauber

Der starke Schweizer Franken lässt den Besucherstrom aus Asien nicht abreißen. Urlauber aus dem Reich der Mitte haben die höchsten Zuwachsraten bei den Hotelübernachtungen. Derweil gehen die Logierübernachtungen von Deutschen, Briten und Franzosen am stärksten zurück. Unter dem Strich können die Asiaten die fehlenden Einnahmen der schweizmurrigen Europäer aber nicht wegmachen.

Die Hotellerie in der Schweiz verzeichnete im Juli 2012 insgesamt 3,8 Millionen Logiernächte, meldet das Bundesamt für Statistik in Neuchâtel. Gegenüber dem Vorjahresmonat Juli 2011 ist dies eine Abnahme von 7,2 Prozent bzw. 298.000 Übernachtungen. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang bei den Logiernächten ausländischer Gäste mit 8,8 Prozent auf 2,2 Millionen Logiernächte. Die Aufenthalte inländischer Gäste fielen um fünf Prozent auf 1,65 Millionen.

Als Ursache der ausbleibenden Besucher aus Europa nennt der Geschäftsführer des Branchenverbandes Hotelleriesuisse, Christoph Juen, die wirtschaftliche Unsicherheit in Europa. „Die Ferienplanung geht verstärkt über das Portmonnaie“, zitiert swissinfo.ch Juen. Dies treffe die Schweiz wegen des starken Frankens besonders. Bei den inländischen Gästen habe zum Auftakt der Sommersaison das wechselhafte Wetter zum Rückgang beigetragen.

„Deutschland verbuchte ein Minus von 73.000 Logiernächten (-14%) und damit die deutlichste absolute Abnahme aller ausländischen Herkunftsländer. Es folgen die Niederlande mit einer Abnahme von 29.000 Logiernächten (-21%) und das Vereinigte Königreich (-25.000 / -14%). Frankreich und Belgien registrierten ebenfalls einen Logiernächterückgang (-23.000 / -16% bzw. -15.000 / -14%)“, schreiben die Statistiker.

Die Volksrepublik China (ohne Hongkong) generierte mit einem Zuwachs von 21.000 auf 98.000 Logiernächte das stärkste Wachstum. Es folgt Russland mit einer Steigerung von 40.000 auf 48.000 (+20%) sowie Japan mit 122.000 auf 133.000 (+8,5 Prozent). Bei den Besuchern aus den Golfstaaten gab es ein überproportionales Minus von 38.000 Logiernächten, was Hoteliers mit auf den Fastenmonat Ramadan zurückführen.