27.08.12

Trotz rekordhoher SNB Giroguthaben: Euro harrt unter 1,2010 CHF


Die Giroguthaben inländischer Banken klettern weiter. In der zurückliegenden Woche musste die Schweizerische Nationalbank (SNB) stärker intervenieren, um den Mindestkurs zu verteidigen. Erstaunlicherweise steigen die Sichteinlagen kräftig, obwohl die Stimmung an den Finanzmärkten recht gut ist. Was passiert, wenn die Schuldenkrise zurückkehrt?

Nach einer kurzen Verschnaufpause kletterten die Giroguthaben der Geschäftsbanken auf SNB-Konten von 280,59 auf 286,38 Milliarden Franken (+2,06 Prozent). Die Einlagen stiegen doppelt so schnell wie in der Woche zuvor. Daraus lässt sich eine weitere Erhöhung der Devisenreserven ableiten, die bis Ende August auf 450 Milliarden Franken steigen könnten. Dies entspräche einem Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt von 79 Prozent.

Am Devisenmarkt hat sich die Lage für den Euro Wechselkurs zum Dollar zwar entspannt. Das Währungspaar notiert über EUR/USD 1,25 und ist um fünf Cents höher als vor fünf Wochen. Beim Eurokurs CHF kommt davon jedoch nichts an. Aktuell steht der Euro bei 1,2008 Schweizer Franken. Er hat große Mühe die Marke von EUR/CHF 1,2010 zu überspringen.

Goldflucht

Gold wird derweil immer gefragter. Die Feinunze (31,1 Gramm) steigt auf 1.677 Dollar und ist um 150 Dollar teurer als im Mai 2012. Die Goldpreisentwicklung 2012 werde bis zum Jahresende auf 1.800 Dollar klettern, zeigt eine von dem Finanzdienst Bloomberg durchgeführte Händlerumfrage.

Dadurch würde der Goldpreis das zwölfte Anstiegsjahr in Folge schaffen. Angeheizt durch Europas Schuldenkrise und einer weltweiten Wirtschaftsabkühlung, drucken die Notenbanken immer mehr Papiergeld. Weil das Angebot des gelben Edelmetalls begrenzt ist, nutzen es Investoren und Sparer, um sich vor einer übermäßigen Inflationsentwicklung zu schützen.