13.06.12

SNB Sitzung: 3-Monats-Libor bleibt wohl bei 0,09%

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird ihr Zielband bei 0-0,25 Prozent belassen. Ferner dürfte Notenbankchef Thomas Jordan weiterhin Leitzinsen in der Nähe von 0,00 Prozent anpeilen. Aktuell liegt der 3-Monats-Libor bei 0,09 Prozent. Im Blickpunkt bei der morgigen Sitzung der Nationalbank steht wieder einmal der Mindestkurs, den man durch Kapitalkontrollen glaubwürdiger machen will.

Aktuell notiert der Wechselkurs des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro bei 1,2009. Bei dem kurzen Anstieg des Devisenpaars zum Wochenauftakt auf EUR/CHF 1,2017 handelte es sich um ein Strohfeuer. Dies wurde ausgelöst durch das Hilfegesuch Spaniens. Die spanische Regierung schlüpft mit ihren Banken ein wenig halbherzig unter den Rettungsschirm, was kein positives Echo an den Finanzmärkten findet.

Die Wirkung von Kapitalverkehrskontrollen auf den Euro CHF Kurs ist umstritten. Analysten meinen, dass sich durch eine solche Maßnahme die Kursentwicklung kaum von der Untergrenze abtrennen ließe. Die Erfahrung der 1970er Jahre zeige, damals koppelten die Schweizer den Franken an die D-Mark und probierten zuvor über die Einschränkung der Freizügigkeit ausländischen Kapitals ihre Währung abzuschwächen, dass die Medizin nicht wirke.

Kurzfristig könnte es jedoch zu einem Spike beim Eurokurs CHF kommen, wenn Jordan auf der Pressekonferenz Kapitalverkehrskontrollen in Erwägung zieht. Händler haben daher einen Anstieg auf die Hochs von Ende Mai 2012 bei EUR/CHF 1,2035 oder 1,2075 auf dem Zettel. Kaum jemand rechnet jedoch damit, dass die Nationalbank morgen etwas Substanzielles unternimmt.

Vor der Schicksalswahl in Griechenland am kommenden Sonntag dürfte man darauf bedacht sein, sein Pulver trocken zu halten. Kein Experte kann sagen, was passiert, wenn sich die Griechen eine Anti-Memorandum Regierung wählen, welche das Reformprogramm aufkündigt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Eurogruppe würden sodann den Geldhahn zudrehen.

Damit würde Brüssel den schwarzen Peter der Europäischen Zentralbank (EZB) zuschieben. Die sähe sich gezwungen den griechischen Banken kein Geld mehr zu geben. Nun müsste Athen eine Ersatzwährung wie den Geuro einführen. Wie die Finanzmärkte auf ein solches Gebaren reagieren und ob es zu Bankenläufen in Italien, Spanien und Portugal kommt, ist nicht seriös prognostizierbar.