28.05.12

Lebenszeichen beim Eurokurs CHF: Zweiter Anstieg über 1,2030

Es sieht nach einem Ende der Mikrobewegungen aus beim Euro CHF Wechselkurs. Das Devisenpaar klettert nach dem Katapult-Anstieg vom zurückliegenden Donnerstag zum zweiten Mal substanziell. Die wochenlangen Kursentwicklungen zwischen 1,2008 und 1,2013 scheinen vorbei. Der Eurokurs CHF steigt während des dünnen Feiertagshandels am Pfingstmontag auf 1,2031 CHF.

„Eine Maßnahme wären Kapitalverkehrskontrollen, also Vorkehrungen, die den Zufluss von Kapital in die Schweiz direkt beeinflussen. Ich kann hier nicht in die Details gehen. Wir identifizieren diese Instrumente für den Fall, dass weitere Maßnahmen nötig wären“, sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, in einem Gespräch mit der in Zürich erscheinenden „Sonntagszeitung“.

Es geht um einen Zusammenbruch des Euroraums. Zwar erwarte die SNB weder einen Kollaps des gemeinsamen Währungsraums und gehe auch nicht davon aus, dass Griechenland austritt (Grexit), so Jordan. Allerdings müsse man sich auf ein solches Szenario vorbereiten. Neben den angedachten Kapitalverkehrskontrollen sind negative Zinsen auf ausländische Sparguthaben im Gespräch.

Spanien schachmatt

Unterdessen erreichen die Risikoaufschläge zwischen spanischen- und deutschen Staatsanleihen Rekordniveaus. Die Zinsen für iberische Schuldtitel mit zehnjähriger Laufzeit steigen auf 6,51 Prozent. Deutsche Bundesanleihen rentieren bei 1,37 Prozent. Der Zinsabstand in Höhe von 5,14 Prozent zeigt, wie akut Spanien bedroht ist. Die Rettung des Sparkassenkonzerns Bankia wird den spanischen Steuerzahler insgesamt rund 23 Milliarden Euro kosten.

Dass Spanien im nächsten Jahr sein Haushaltsdefizit auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) senken wird, wie es der Fiskalpakt vorschreibt, wird immer unwahrscheinlicher. Die spanische Regierung will bisher unter allen Umständen vermeiden unter die Rettungsschirme zu schlüpfen. Beim ESM und EFSF könnte man frisches Geld zu 2,5 bis 3,5 Prozent Zinsen bekommen. Im Gegenzug müsste Madrid jedoch bei seinem Reformen einen Zahn zulegen.