09.04.12

Mühsame Euro Erholung auf 1,2014 CHF am Ostermontag


Am Devisenmarkt kann der Eurokurs ein wenig Boden gutmachen. So klettert der Wechselkurs während des dünnen europäischen Feiertagshandel auf EUR/CHF 1,2014. Neue Impulse dürften aus den Vereinigten Staaten. Notenbankchef Ben Bernanke wird um 13:15 Uhr MEZ eine Rede über die Finanzmarkstabilität halten. Analysten werden sich die Bemerkungen des Fed-Vorsitzenden ganz genau anschauen, um Schlussfolgerungen auf eine weitere Geldspritze abzuleiten.

Der Anstieg des Euro auf 1,2014 CHF erscheint äußerst mühsam. So war die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Schweizer Franken am Gründonnerstag auf 1,1990 gefallen und am Karfreitag auf 1,2005. Durch die vorübergehende Unterbietung des Mindestkurses ist der Nationalbank eine Panne passiert, welche offenbar bei adäquatem Risikomanagement vermeidbar gewesen wäre. Dennoch dürfte der Bundesrat in dieser oder der nächsten Woche den Interims-Chef Thomas Jordan zum neuen Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) benennen.

Aktuell stehen die Spekulationen über ein dritten Ankaufsprogramm von Staatsanleihen (QE3) sowie die kritische Lage Spaniens im Brennpunkt. Nach einem schwachen US-Arbeitsmarktbericht sind die Chancen für QE3 wieder gestiegen. Der Beschäftigungszuwachs lag mit 120.000 Jobs deutlich unter den Erwartungen. Analysten hatten mit einem Stellenplus in Höhe von 205.000 gerechnet. Die Arbeitslosenrate sinkt zwar um 0,1 auf 8,2 Prozent. Sie hätte aber stärker nach unten gehen können, wenn so viele Jobs wie im Februar (240.000) geschaffen worden wären.

Spanien dürfte große Schwierigkeiten bekommen, ohne externe Hilfe auszukommen. Zwar will man durch weitere Reformen das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Allerdings müsste die Regierung von Mariano Rajoy ihren eben erst vorgelegten Haushalt noch einmal völlig umkrempeln, wenn die Rendite für Zehnjährigen Staatsanleihen knapp unter sechs Prozent verharrten. Experten rechnen mit zusätzlich Kosten für den Zinsdienst zwischen vier und sieben Milliarden Euro.