28.02.12

Schweizerinnen und Schweizer Kaufen Neuwagen in Saus und Braus

„Die andauernde Hausse der Zulassungen von Neuwagen deutet auf eine robuste Konsumlaune hin“, schreibt die UBS in der Medienmitteilung zur Veröffentlichung ihres Konsumindikators. Ohne den Kaufrausch im Bereich von Personenwagen wäre der Index deutlich stärker gefallen. Aktuell werden in der Eidgenossenschaft so viele Autos immatrikuliert wie seit dem Jahr 1995 nicht mehr.

Der UBS Konsumindikator sinkt im Berichtsmonat Januar 2012 leicht um 0,2 auf 0,92 Zähler. Gleichzeitig korrigiert die Schweizer Großbank den Dezemberwert nachträglich von 0,92 auf 0,94 nach oben. Derweil drückt der Schweizer Franken den Euro den fünften Handelstag hintereinander in den Keller. Der Wechselkurs fällt Übernacht auf EUR/CHF 1,2045 und wird um 10:40 Uhr MEZ bei 1,2050 gehandelt.


Eine entscheidende Rolle spiele laut der UBS bei den rekordhohen Zulassungen von Neuwagen der starke Schweizer Franken. Dadurch verringern sich die Preise. So haben die Volkswirte von der größten Schweizer Bank ausgerechnet, dass die Autopreise in den vergangenen zwölf Monaten um 12,4 Prozent gefallen sind. Niedrige Zinsen und eine hohe Arbeitsplatzsicherheit verstärken die Auto-Nachfrage.

Dass die deutsche Automobilindustrie trotz Schuldenkrise und Wirtschaftsabkühlung auf Hochtouren produziert, kann auch auf die robuste Nachfrage aus Starkwährungsländern wie der Schweiz, Norwegen und Schweden zurückgeführt werden. Die renommierte Stahl-Marktforschungsgesellschaft MEPS hat am Stahlverbrauch der Autobauer abgelesen, dass es der Branche weiterhin ausgezeichnet geht.

Der Schweizer Geschäftsgang im Detailhandel darbt hingegen weiter vor sich hin und befindet sich auf Rezessionsniveau, teilt die UBS mit. Dies liegt zum einen an der Teuerung mit -0,8 Prozent, was zu fallenden Endverkaufspreise führt. Hinzu kommt auch in diesem Segment die Frankenstärke.

Schweizerinnen und Schweizer in Grenznähe zu Deutschland, Frankreich, Italien oder Österreich nutzen die Stärke ihrer Währung nicht nur um im benachbarten Ausland auf Schnäpple-Jagd zu gehen. Auch viele Güter des täglichen Bedarfs, die meistens vollkommen identisch sind, lassen sich im Euroraum wesentlich günstiger einkaufen.