22.02.12

Griechenlands Vorerst-Rettung lässt Eurokurs bei 1,2073 CHF kalt

Alles andere als ein Befreiungsschlag geht von dem Treffen der Euro-Finanzminister aus. Die Eurogruppe bewilligt zwar das zweite griechische Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro. Allerdings bleibt ein Paukenschlag aus und so dümpelt der Euro aktuell bei 1,2073 CHF weiter vor sich hin. „Man hat so lange rechnen lassen, bis es gepasst hat“, werfen Analysten den Politikern vor.

Es geht um die so genannte Schuldentragfähigkeit Griechenlands. Durch Gläubigerverzicht der Banken, Reformen und Etatkürzungen soll der Verschuldungsgrad bis zum Jahr 2020 von aktuell 160 Prozent auf 120,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) fallen. Wenn dies tatsächlich gelingen sollte, dann wären die Schulden Griechenlands aus der Sicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wieder tragfähig.

Vor dem EU-Gipfel kamen aus Brüssel und dem Deutschen Bundestag Berechnungen an die Öffentlichkeit, welche Schuldenstände von bestenfalls 129 Prozent bzw. 136 Prozent für machbar hielten. Den Vorwurf, dass man sich nun schön gerechnet hat, können die Euro-Finanzminister nicht entkräften. Es bleibt auch unklar, ob sich genügend private Gläubiger auftreiben lassen, damit der anvisierte Schuldenerlass von 107 Milliarden Euro Realität wird.

Exporterfolge verblassen

Der erfolgsverwöhnte Schweizer Außenhandelsmotor kommt immer stärker ins Stottern. So schmolz das Plus zwischen Güterausfuhren und -Einfuhren auf 1,55 Milliarden Sfr. Analysten hatten mit einem Überschuss von 1,95 Milliarden Sfr gerechnet für den Berichtsmonat Januar 2012, nachdem im Dezember 2011 noch ein Außenbeitrag in Höhe von 2,01 Milliarden Sfr erwirtschaftet worden war.

Trotz Schuldenkrise und Wirtschaftsabkühlung lassen sich die Schweizerinnen und Schweizer ihre Kauflaune nicht vermiesen. Die Nachfrage nach ausländischen Produkte und damit die Importe steigt markant, berichtet die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV). So wuchsen die Importe um 3,6 Prozent auf 14,6 Milliarden Sfr.

Bei der Verkehrsrichtung Exporte ging es hingegen um -3,4 Prozent auf 16,2 Milliarden nach unten. Die EZV-Volkswirte sprechen dennoch von einer Besserung, weil der mehrmonatige Trend des Exportverlaufs leicht nach oben zeigt. Im August 2011 sanken die Ausfuhren auf einen Gegenwert von 15,2 Milliarden Sfr zurück. Damals sank der Euro Wechselkurs auf 1,0075 CHF und markierte ein Rekordtief.