13.01.12

Nationalbank muss trotz 13 Mrd. Gewinn höchst wachsam bleiben

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) schafft einen Gewinn von 13 Milliarden Sfr im abgelaufenen Geschäftsjahr. Acht Milliarden stammen von einem Bewertungsgewinn der Fremdwährungspositionen. Die verbleibenden fünf Milliarden sind auf den steigenden Goldpreis zurückzuführen. Die Goldreserven in den Tresoren der SNB dienen in erster Linie zur Streuung von Risiken.

Unterdessen warten Devisenhändler vergeblich auf einen Befreiungsschlag beim Eurokurs CHF. Aktuell pendelt der Tageskurs bei 1,2098. Wenige Stunden zuvor fiel die Euro Kursentwicklung auf 1,2086 CHF und stand damit so tief wie zuletzt am 20. September 2011. Die Europäische Zentralbank (EZB) klingt zwar optimistischer als im letzten Jahr. Allerdings profitiert der Euro davon nicht.


Notenbankchef Mario Draghi belässt den Leitzinssatz bei 1,00 Prozent. Er stellt Senkungen in Aussicht, sobald es der Inflationsausblick zulässt. Gleichzeitig macht der EZB-Präsident zaghafte Anzeichen für eine wirtschaftliche Stabilisierung aus. Italien und Spanien konnten zuvor problemlos, und zu deutlich niedrigeren Zinsen als beim letzten Mal, insgesamt 22 Milliarden Euro durch die Platzierungen von Staatsanleihen in erlösen.

Trotz der gut gelaunten EZB und des positiven Börsenumfeldes, bleibt die Stärke des Schweizer Frankens allgegenwärtig. Der Euro ist vollkommen chancenlos und wäre wahrscheinlich schon unter der Parität, wenn da nicht der Mindestkurs wäre. Um die Untergrenze bei EUR/CHF 1,2000 zu verteidigen, muss die Schweizerische Nationalbank (SNB) noch wachsamer werden.

Der Verkaufsdruck auf den Euro könnte sich schlagartig erhöhen, wenn die Schuldenkrise wieder aufflammt. Anleger warten in den nächsten Tagen auf einen Abstufung Frankreichs und weiterer Euroländer durch die Ratingagentur Standard & Poor’s sowie auf neue Hiobsbotschaften aus Griechenland. Die griechische Regierung kommt bei den Verhandlungen mit den Banken über den geplanten Schuldenschnitt kaum voran und hinkt bei den Reformen, die einen Verbleib im Euro ermöglichen sollen, hoffnungslos hinterher.