05.01.12

Franken kümmert Hildebrand-Affäre kaum und steigt auf 0,82 Euro

Devisentransaktionen des Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Philipp Hildebrand und seiner Frau Kashya Hildebrand sind für die Währungsmärkte von untergeordneter Bedeutung. So steigt der Franken auf 0,8216 Euro. Der Eurokurs steht bei 1,2172 CHF und bleibt extrem angeschlagen. Die Schuldenkrise drückt an allen Ecken und Enden.

Frankreich kann sich zwar problemlos frisches Geld durch die Platzierung von Staatsanleihen besorgen. Allerdings liegt der Zinssatz für die Begebung von zehnjährigen Schuldtiteln im Wert von 4,02 Milliarden Euro mit 3,29 Prozent höher als beim letzten Mal. Anfang Dezember 2011 musste der französische Finanzminister Francois Baroin der Investoren-Welt einen Zinssatz von 3,18 Prozent bieten, um seine Staatspapiere loszuschlagen.

Das erste Quartal 2012 wird für Italien und Spanien ein entscheidender Schritt zur Bewältigung ihres Schuldenschlamassels. Die dritt- und viertgrößte Volkswirtschaft planen Staatsanleihen im Umfang von bis zum 262 Milliarden Euro zu platzieren, prognostiziert die Deutsche Bank. Darüber hinaus droht Griechenland der Rauswurf auf den Euro, wenn es keine Lohn- und Rentenkürzungen vornimmt und beim Arbeitsplatzabbau im öffentlichen Dienst nicht vorankommt.

Tiefschlag

Unterdessen fällt der Euro Dollarkurs auf 1,2825 und steht so niedrig wie zuletzt am 13. September 2010. Die europäische Gemeinschaftswährung befindet sich gegenüber dem Dollar seit 24 Stunden in einem Abwärtsstrudel. Am Vortag kletterte der Eurokurs noch auf 1,3072 USD. Der Euro Yen Kurs rauscht auf ein Elf-Jahres-Tief bei EUR/JPY 98,56.

SNB-Chef Philipp Hildebrand wird heute um 16:00 Uhr eine Pressekonferenz geben. Offiziell heißt es, er wolle offene Fragen über seine diesjährigen Devisentransaktionen beantworten. Hinter den Kulissen wird bereits über einen Rücktritt gemunkelt. So fordern Berner Zeitung und Basler Zeitung einen Neuanfang an der Spitze der Schweizerischen Nationalbank.