29.12.11

Schweizer Franken prüft bei EUR/CHF 1,2165 den SNB-Rettungsanker

Der Euro gerät unter erheblichen Verkaufsdruck und fällt auf 1,2165 CHF. Anschließend greift offenbar die Schweizerische Nationalbank (SNB) ein und befördert die Kursentwicklung durch Deviseninterventionen Richtung EUR/CHF 1,2200. Unterdessen drängt der Dollarkurs den Euro auf 1,2858 USD. Die europäische Gemeinschaftswährung fällt gegenüber dem Greenback zwei Tage vor Silvester auf ein Jahrestief.

Unter Devisenhändlern wird der Euro zu einem Schreckgespenst, von dem man besser die Finger lässt. So intensiviert die europäische Gemeinschaftswährung ihre Verluste auch zum japanischen Yen. Der Euro Yen Kurs sinkt auf 100,05 und steht damit so tief wie letztmalig im Sommer des Jahres 2001.

An den Währungsmärkten zeichnet sich derweil ein Regime-Wechsel ab. Während fallende Eurokurs normalerweise durch sinkende Aktienkurse begleitet wurden, können aktuell die Börsenbarometer steigen. Der deutsche Aktienindex legt um +0,40 Prozent zu und steigt auf 5.794,55 Punkte. Die Abkopplung von den Aktienmärkten und damit von der Risikobereitschaft, könnte zu einem Abrutschen des Euro auf 1,21 Dollar führen (langjähriger Durchschnittskurs).

SNB, EZB

Das Abwärtspotential des Euros gegenüber dem Schweizer Franken ist durch die Wechselkursuntergrenze der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auf 1,2000 CHF begrenzt. Gleichzeitig wird eine Euro-Aufwertung aus eigener Kraft, wie sie die Nationalbank favorisiert, in den Bereich von EUR/CHF 1,25-1,30 im ersten Quartal 2012 immer unwahrscheinlicher.

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte 2012 den Außenwert ihrer Währung noch stärker verwässern. Nachdem die EZB in der Vorwoche den Bankenmarkt mit 489 Milliarden flutete, beläuft sich ihre Bilanzsumme auf 2,73 Billionen Euro. Die bereits sehr aufgeblähte Notenbankbilanz sollte weiter steigen, weil eine weitere Flutungsaktion für Ende Februar 2011 terminiert ist.