08.11.11

Euro Kurs Kapriolen: Anstieg auf 1,2455 CHF, dann Absturz 1,2320 CHF

Am Devisenmarkt beendet der Euro sein Kursfeuerwerk. So kletterte die europäische Gemeinschaftswährung von 1,2130 auf 1,2455 Schweizer Franken in den letzten 2,5 Handelstagen. Gestern verzeichnete der Euro das größte Tagesplus seit Anfang September 2011. Allerdings schaffte es der Euro Kurs nicht sich zu stabilisieren und purzelte in wenigen Minuten auf 1,2320 CHF während des europäischen Handelsgeschehens am Dienstag.

Eine Änderung der Wechselkurspolitik durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist unwahrscheinlich. So dürfte der von der Nationalbank am 6. September 2011 festgelegte Mindestkurs vorerst bei 1,2000 CHF bleiben. Die SNB würde ihre Glaubwürdigkeit verlieren, wenn sie bereits nach zwei Monaten erneut am Wechselkurs dreht. Gerüchte, dass eine unmittelbare Anhebung der Wechselkursuntergrenze auf EUR/CHF 1,25 bzw. 1,30 bevorstehe, werden offenbar gezielt von Spekulanten gestreut.

Unbegründet sind die Gerüchte allerdings nicht. So hat Notenbankchef Hildebrand den starken Franken für Deflationsgefahren und trübe Wachstumsaussichten mitverantwortlich gemacht. Allerdings zeichnet sich ab, dass die SNB den Mindestkurs erst anheben dürfte, wenn sich die Schuldenkrise im Euroraum ein wenig abkühlt. Dies könnte noch bis Februar 2012 dauern. Bis dahin wird der modifiziert Euro Rettungsschirm (EFSF) einsatzbereit sein.

Sorgenkinder

Die Bildung einer griechischen Übergangsregierung unter dem ehemaligen EZB-Vizepräsidenten Papademos könnte das Ende der politischen Chaos-Tage in Athen einleiten. Mittlerweile fordert die Eurogruppe, dass es einen parteiübergreifenden Konsens in Griechenland zu den Sparbeschlüssen geben muss. Ansonsten werde man die nächste Kredittranche in Höhe von acht Milliarden Euro nicht auszahlen.

Italien bleibt der größte Unsicherheitsfaktor. Die Renditen von zehnjährigen Staatsanleihen des Stiefellandes kletterten gestern auf 6,68 Prozent. Wenn Italien fällt, dann drohe der gemeinsame Währungsraum zu implodieren, meinen Beobachter. Die Finanzmärkte trauen der Berlusconi-Regierung nicht mehr zu, das Ruder herumzureißen. Ohne die Käufe von italienischen Staatsanleihen durch die EZB, währen die Renditen schon über sieben Prozent.