03.10.11

Sommerschock nach Schweizer Franken Kurs Aufwertung zur Parität

Die eidgenössische Realwirtschaft wird auf dem falschen Fuß erwischt. Der starke Schweizer Franken und die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben Produzenten und Konsumenten stark verunsichert. Obwohl der Eurokurs CHF nicht mehr bei Parität ist wie am 9. August 2011, bleibt der starke Frankenkurs auch bei 1,20 pro Euro ein großes Problem für die Exportwirtschaft.

So hat der Einkaufsmanagerindex PMI) für die Eidgenossenschaft seine Talfahrt fortgesetzt. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe fällt um 3,4 Zähler auf 48,2 Zähler. Damit befindet sich der zuverlässige Frühindikator unter der Wachstumsschwelle von 50,0 Zählern und steht so tief wie zuletzt vor zwei Jahren.

Die Unternehmen hätten nicht einmal den hohen Franken genutzt, um sich im Einkauf einen Vorteil zu verschaffen, berichten Credit Suisse und der Fachverband für Einkauf und Supply Management. Ein Sommerschock aus Franken-Aufwertung, ständigen Hiobsbotschaften aus der Eurozone und Börseneinbruch habe sich lähmend auf die Realwirtschaft ausgewirkt, erläutern die PMI-Herausgeber.

Deflations-Spirale

Bei den Schweizer Detailhändlern klingelten die Kassen weniger. So fielen die Umsätze um -1,9 Prozent im August 2011 gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch hier wird der Euro CHF Wechselkurseffekt in paradoxer Art und Weise sichtbar. Obwohl die Franken Aufwertung zu Parität den Verbrauchern einen Kaufkraftgewinn bescherte, verringerten sich die Umsätze.

Die Verbraucher spüren offenbar, dass etwas nicht stimmt mit der Wirtschaft und halten ihr Geld zusammen. Dies könnte auch ein erstes Anzeichen von Deflation sein. Konsumenten üben Kaufzurückhaltung, weil sie mit sinkenden Preisen rechnen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) prognostiziert für 2012 eine Inflationsrate von -0,3 Prozent. Für die Unternehmen wäre eine solche Kaufzurückhaltung verheerend, da viele bereits durch den starken Schweizer Franken Kurs massiv belastet werden.