29.04.11

Schweizer Franken Prognose 2011 robuster: Eurokurs unter 1,29 CHF


Der Eurokurs ist gegenüber dem Schweizer Franken abermalig eingebrochen. So rauschte die Gemeinschaftswährung in wenigen Stunden von 1,2957 auf 1,2860 CHF runter. Die Europäische Zentralbank (EZB) fixierte den offiziellen Referenzkurs am letzten Handelstag im April 2011 auf EUR/CHF 1,2867. Am Vortag hatte der EZB-Kurs noch bei 1,2954 gelegen. Der Franken verteuerte sich auf 77,82 Euro-Cents.

Mit einem über den Erwartungen liegenden KOF Konjunkturbarometer hat sich die Schweizer Franken Prognose 2011 aus fundamentaler Sicht verbessert. Der Index kletterte von 2,25 auf 2,29 Zähler für April 2011. Die Volkswirte der Konjunkturforschungsstelle (KOF) an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich rechnen mit einem positiven Wirtschaftswachstum. Die Dynamik dürfe weiter zunehmen, teilte die KOF mit.

Weniger optimistisch zeigte sich der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand, auf der Generalversammlung in Bern. Die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum seien wegen dem hohen Außenwert des Frankens „substanziell“. Die nachteiligen Effekte auf die schweizerische Volkswirtschaft könnten ernster sein als bisher angenommen, so Hildebrand.

Unterdessen sorgt eine steigende Inflationsrate in der Eurozone für Ungemach bei vielen Privatanlegern im Euroraum und könnte erneut die Umschichtungen von Spareinklagen in die Schweiz erhöhen. So kletterten die Verbraucherpreise in den 17-Euroländern durchschnittlich um +2,8 Prozent im April 2011 im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Preisstabilität, welche die Europäische Zentralbank (EZB) bis zu einer Teuerung von zwei Prozent gewahrt sieht, ist ernsthaft gefährdet.

Allerdings rechnen EZB-Beobachter nicht damit, dass die Notenbank bei ihrer geldpolitischen Sitzung am 5. Mai 2011 die Leitzinsen erneut anheben werde. So dürfte die EZB nach der Erhöhung von 1,00 auf 1,25 Prozent vom 7. April 2011 pausieren. Allerdings bis spätestens Juli 2011 gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die Währungshüter den Schlüsselzins auf mindestens 1,50 Prozent erhöht haben werden.