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02.10.16

Deutsche-Bank-Aktionäre vom US-Kapitalismus ausgetrickst

Loretta Lynch: So heißt die Frau, die Europas Finanz- und Bankenwesen attackiert. Man müsste Präsident Obamas Justizministerin einmal auf ihren nach dem bestandenen Anwaltsexamen abgelegten Eid ansprechen. Denn mit einem seriösen Rechtssystem hat das alles nichts mehr zu tun, was hier geschieht. Die USA beherrschen das Spiel mit dem Kapitalismus am besten, stellen die geprellten Deutsche-Bank-Aktionäre gerade fest.

Das US-Justizministerium habe mit der Deutschen Bank einen zweiwöchigen Probelauf gemacht, um herauszufinden, wie viel Geld man herauspressen könne, ohne eine Finanzkrise auszulösen, schreibt das "Wall Street Journal". Erst sollte die Deutsche Bank 14 Milliarden US-Dollar Strafe zahlen, nun sind es angeblich nur noch 5,5 Milliarden Dollar.

Keine Spur von einem seriösen Schadenersatzrecht und berechtigten Bußgeldern: Dass Obama gerade jetzt die ausländischen Banken zur Kasse bittet, sei auf die US-Präsidentschaftswahlen zurückzuführen, schreibt die "Financial Times (FT)". Man wolle die größtmögliche Strafsumme erreichen, um die Wählerschaft am linken Rand hinter Hillary Clinton zu versammeln, zitiert die FT zwei anonyme Quellen aus dem US-Justizministerium.

Neben der Deutschen Bank hat Lynch auch noch die britische Barclays und die Credit Suisse im Visier. Aus Volkswagen wolle die US-Regierung gerade so viel herauspressen, dass der Konzern überleben könne, hieß es zuletzt. Bei Putin oder Erdogan hätte man wohl einen faireren Umgang bekommen.

"Es gibt Studien, die belegen, dass das amerikanische Rechtssystem ausländische Firmen regelrecht diskriminiert", zitiert "Spiegel Online" den Bankenprofessor Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim.

Anteilseigner der Deutschen Bank fühlen sich von den Amerikanern ausgetrickst. Die Bank hatte sich einst von ihren Kronjuwlen, wie der Beteiligung von Daimler, getrennt, um US-Investmentbanken und Wall-Street-Broker zu kaufen. Diese inzwischen in die Deutsche Bank integrierten Firmen sind kaum noch etwas wert, wie der Aktienkurs zeigt.

US-Vermögensverwalter wie BlackRock oder die Capital Group profitieren hingegen. Sie haben ihre Beteiligung an deutschen Industrieunternehmen, die in den letzten Jahren immer wertvoller wurden, erhöht.