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21.06.16

Rien ne va plus - EUR/CHF-Kurs erneut im Abwärtssog

Gute Konjunkturdaten aus dem Euroraum und der Schweiz neutralisieren sich. Daraufhin entscheidet sich der Schweizer Franken den Brexit-Schaumschlägern den Gefallen zu tun und wieder aufzuwerten. Der EUR/CHF-Kurs sinkt auf 1,0802 - nach 1,0910 am Vortag. Nichts geht mehr für den Euro. Er starrt wie das Kaninchen auf die Schlange auf die in zwei Tagen anstehende Volksabstimmung.

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland legen kräftig zu. Der Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg von 6,4 Punkten im Mai auf 19,2 Punkte im Juni. "Die verbesserten Einschätzungen der Finanzmarktexperten zeugen von einem Grundvertrauen in die gegenwärtige Widerstandsfähigkeit der deutschen Konjunktur", kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach. Der Index für die Eurozone kletterte von 16,8 Zählern auf 20,2 Punkte.

Von einem zu starken Schweizer Franken könne keine Rede sein, sagen Volkswirte mit Blick auf den florierenden Außenhandel der Schweiz. Der Exportüberschuss lag im Mai 2016 bei 3,79 Milliarden Franken. Das war knapp eine Milliarde mehr als erwartet. "Auch im Mai 2016 schlug der Außenhandel ein stattliches Wachstumstempo an", schreibt die Eidgenössische Zollverwaltung.

Die Devisenmärkte beginnen allmählich verrückt zu spielen. Der drastische Anstieg des Pfundkurses der letzten Tage im Lichte sinkender Brexit-Zustimmungsraten von 1,40 US-Dollar auf 1,48 Dollar zeigt die Nervosität. Sollte die Stimmung wieder schwenken, könnte es genauso schnell wieder nach unten gehen.

Dann wäre der Euro-Franken-Kurs aller Voraussicht nach mit von der Partie. Sein bisherige Tiefststand liegt bei EUR/CHF 1,0776. Ob der Euro am Freitagmorgen, wenn nach der langwierigen Auszählung der Stimmen ein Endergebnis feststeht, in 6 Minuten auf 1,02 Franken sinkt, bleibt allerdings dahingestellt.