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23.06.16

Langfristig spricht vieles für Eurokurse bei 1,20 Franken

Den Brexit, ihn wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Letzte Umfragen sehen die EU-Befürworter recht deutlich vorn. Der Schweiz und Franken-Fremdwährungskreditnehmern bliebe somit eine drastische Aufwertung des Frankens erspart. Nun müssen noch die Wahlen in Spanien am Sonntag einigermaßen marktfreundlich über die Bühne gehen und die Sommerrallye des Euro-Franken-Kurs kann kommen.

Die Eurozone hat sich trotz der vielen Unsicherheiten in den letzten Wochen und Monaten ziemlich gut behauptet. Die deutsche Wirtschaft sticht als positive Überraschung hervor: "Deutschlands florierender Industriesektor dürfte mit dazu beitragen, dass die größte Volkswirtschaft der Eurozone im zweiten Quartal 2016 um 0,4% gewachsen sein dürfte", heißt es in einem aktuellen Konjunkturbericht des Forschungsinstituts Markit.

Frankreichs träge Wirtschaft verhindert bisher höhere Euro-Franken-Kurse: "Frankreich bleibt hingegen nicht nur ein Wackelkandidat, hier hat sich der Ausblick sogar nochmals verschlechtert", stellt Markit fest. Insgesamt bleibt die Eurozone aber auf Wachstumskurs. Der Markit-Index für den Dienstleistungsbereich und die Industrie lag im Juni mit 52,8 Punkten über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Weiterlesen: EUR/CHF-Ausblick für 2. Sommerhälfte ist konstruktiv

Wer einen Franken-Fremdwährungskredit am laufen hat, ist mit dem aktuellen Eurokurs von 1,09 Franken mehr schlecht als recht bedient. Im Februar 2016 war 1 Euro bereits 1,12 Franken wert. Bei einem in Anfang 2002 aufgenommenen CHF-Kredit im Gegenwert von 200.000 Euro mit Fälligkeit 2022 liegt die Rückzahlung bei einem Kurs von 1,09 bei 271.560 Euro. Bei 1,12 sind es 264.286 Euro.

Bis zur Fälligkeit könnte der Euro locker wieder bei 1,20 Franken stehen, vorausgesetzt Frankreich bekommt 2017 eine neue Regierung, die damit aufhört, gegen ökonomische Realitäten anzukämpfen. 2019 endet die Amtszeit von EZB-Chef Mario Draghi. Damit dürfte dann auch spätestens die Ära der Weichwährungspolitik, die Frankreich und die Euro-Südstaaten dem Norden aufzwingt, vorbei sein.