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29.04.16

Euro wird aus EZB-Haft entlassen: So reagiert der Franken

Klammheimlich entlässt die Europäische Zentralbank (EZB) den Euro in den freien Markt. Daraufhin kommt es zu einem kräftigen Anstieg des Euro-Dollar-Kurses von 1,08 Anfang März auf 1,1450 Ende April (+6,02%). Gegenüber dem Schweizer Franken klettert der Eurokurs von 1,08 auf 1,10 (+1,85%).

"Kluge Investoren wissen, dass etwas nicht stimmt", warnt der frühere Pimco-Chef Bill Gross auf Bloomberg. Was momentan an den Finanzmärkten passiert, ist schwer nachvollziehbar. Die Euroländer durchleben einen kräftigen Konjunkturaufschung. Gleichwohl schmeißen Investoren europäische Aktien aus ihren Depots.

Es wird noch komplizierter: Anders als Gold und Silber, kann der Schweizer Franken seinen Status als sicherer Hafen nicht geltend machen, zumindest nicht in gegenüber dem Euro. Die Gemeinschaftswährung profitiert davon nicht länger im Fadenkreuz von Mario Draghi und seiner EZB-Direktoren zu sein.

Bis vor kurzen hatte die Europäische Zentralbank (EZB) regelmäßig betont, einen zu starken Euro wegen seiner inflationsdämpfenden Wirkung nicht zu wollen. Die Forderung hat sich mit der Drohung die Zinsen immer weiter zu senken, durchsetzen können. In den letzen Wochen nahm die EZB Abstand von den Euro-Weichwährungs-Doktrin.

Man sei über das Stärkerwerden des Euros nicht besorgt, sagte EZB-Direktor Benoit Coeure. Chefvolkswirt Peter Praet, einer aus der Sicht der Finanzmärkte geldpolitischen Taube wie sie im Buche steht, legte nach. Er rechne nicht mit weiteren Zinssenkungen, erklärte der Belgier gegenüber der spanischen Zeitung "Expansion".

Vor zwei Jahren, im Mai 2014, begannen die EZB-Direktoren den Euro gezielt abzuschwächen. Seinerzeit war 1 Euro noch 1,40 Dollar, und dank des damals gültigen Mindestkurses 1,22 Franken wert.