28.4.16

Österreichs Kurswechsel ermöglicht EUR/CHF-Anstieg

Aus heiterem Himmel bringt Österreichs Notenbankchef, EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny, eine Zinserhöhung ins Gespräch. Sollten die Zinsen im Euroraum steigen, wäre das zweifelsfrei eine gute Sachen für den Euro. Seine Ausgangslage würde sich gegenüber dem Schweizer Franken schlagartig verbessern. Aktuell notiert der Euro-Franken-Kurs bei 1,0970.

"Sobald es stärkeres Wirtschaftswachstum gibt, sobald die Inflationsraten in dem von uns akzeptieren Maß wieder anziehen, dann ist auch die Möglichkeit und Sinnhaftigkeit gegeben, über Zinserhöhungen nachzudenken", sagt Nowotny bei einer Konferenz in Wien. Der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank (OeNB) kalkuliert mit einem recht flotten Anstieg der Inflationsrate in der zweiten Jahreshälfte 2016.

Sodann seien die niedrigen Ölpreise aus den jährlichen Inflationsraten herausgewaschen. Alleine durch den Einfluss des nicht weiter sinkenden Ölpreises - Statistiker sprechen von Basiseffekten - werde es dann zu einer Erhöhung der Inflation kommen, erklärt das dienstälteste EZB-Ratsmitglied.

Es ist bereits Nowotnys zweiter Hinweis, der darauf hindeutet, dass er aus dem Lager der EZB-Tauben, also jenen Vertretern, die den Mittelmeerraum von Griechenland bis Portugal abdecken und die Geldschleusen öffnen wollen, reißaus nimmt. Nowotny sagte vor zwei Wochen, dass er auch bei einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation keinen Raum für Änderungen (weitere Lockerungen) der Geldpolitik sehe.

Die Konjunkturdaten für den Euroraum verbessern sich. Das Geschäftsklima hat sich überraschend deutlich aufgehellt. Der Index kletterte von 103,0 Punkten im März auf 103,9 Zähler im April, teilt die EU-Kommission mit. Der für Inflation, Zinsen und damit auch für den EUR/CHF-Kurs so wichtige Ölpreise steigt auf 47,40 Dollar je Fass (Nordseesorte Brent). Das ist der höchste Stand seit fünfeinhalb Monaten.

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