Dieser Blog wurde unterbrochen und wird voraussichtlich ab Februar 2018 mit einem neuen Themen-Schwerpunkt fortgesetzt.

29.03.16

So gehen die Notenbanken mit uns allen Schlittenfahren

"Wenn die Fed versucht die Zinsen zu erhöhen, werden wir eine schlimmere Finanzkrise haben als die von ihr (der Fed) verursachte 2008." Das sind die Worte von Peter Schiff, Chef des US-Vermögensberaters Euro Pacific Capital. Schiff ist einer der größten Kritiker der US-Notenbank (Fed). Er macht keinen Hehl daraus, dass er Gold kauft, in der Annahme der Goldpreise werde auf 5.000 Dollar steigen.

Die letzen Monate haben gezeigt, wie abhängig die Finanzmärkte von den Notenbanken sind. Nach der Leitzinserhöhung der Fed in Dezember 2015 und der Winterpause kam es zu einem Börsenbeben. Von Anfang Januar bis Mitte Februar 2016 haben die Notenbanker einmal ausprobiert, was passiert, wenn sie es laufen lassen. Das Ergebnis waren massive Verluste an den Aktienmärkten und schlecht gelaunte Konsumenten.

Seitdem Fed, EZB und andere Notenbanken die Finanzmärkte wieder mit dem süßen Gift Billiggeld locken, zeigt die Börsenstimmung abermals nach oben. Schiff ist der Meinung, dass die Notenbanken Anleger in ein Art Geisterhotel eingecheckt haben, aus dem es keinen Weg mehr heraus gibt: "Haben sie uns und einmal eingecheckt, können sie uns nicht wieder auschecken", sagt er dem Finanzsender CNBC.

Die Fed werde weiterhin behaupten, sie könne die Zinsen erhöhen, weil sie nicht zugeben wolle, dass es wegen der ultralockeren Geldpolitik eine Finanzblase gebe. Tatsächlich könne die US-Notenbank die Zinsen gar nicht anheben, weil sie damit die Finanzblase aufstechen würde. Der Nachfolger von Präsident Obama werde eine schlimmere Rezession erben, als Obama von seinem Vorgänger Bush bekam, prognostiziert Schiff.

Es gibt weitere Experten, die vor einer Finanzblase warnen. Der Chef-Aufseher bei der OECD und frühere Chef-Volkswirt der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), William White, sieht Europas Banken wegen ihren faulen Krediten als Epizentrum der nächsten Krise. Der Vorsitzende der BIS, Jaime Caruana, warnt die Notenbanken vor dem Versuch, mit noch mehr Billiggeld den Boom an den Finanzmärkten wieder in Gang zu setzen.