04.01.16

Warum die ersten 5 Handelstage 2016 so wichtig sind

Die Zeit zwischen den Jahren, in der kaum gehandelt wurde, ist vorbei. Für den Wechselkurs des Euros zum Schweizer Franken wird es jetzt spannend. In der Regel werden gleich zu Jahresbeginn Trends für das ganze Jahr vorgegeben. Die alte Börsenregel lässt sich 2016 ausnahmsweise auf den Devisenmarkt übertragen. Die Gretchenfrage lautet: Wie viel sicherer Hafen steckt noch im Franken?

In Anbetracht der geopolitischen Großwetterlage dürfte es der Euro schwer haben, seine Gewinne zu konservieren. Die Gemeinschaftswährung schlich sich zwischen den Jahren auf 1,0880 Franken nach. So viel war sie das letzte Mal Anfang Dezember 2015 nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) wert, die zu einem Fiasko für Notenbankchef Mario Draghi wurde.

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Im Nahen Osten droht die Lage zu eskalieren. Weltweit wächst die Sorge über die Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien. Die Nachfrage nach dem als sichern Hafen wahrgenommenen Schweizer Franken dürfte somit steigen. Es wäre nicht verwunderlich, zöge sich der Euro-Franken-Kurs in den Bereich 1,07-1,08 zurück.

Die geringe Risikobereitschaft von global agierenden Anleger habe den Schweizer Franken unterstützt, stellt Morgan Stanley fest. Dabei dürfte es sich aber um eine vorübergehende Angelegenheit handeln. Die Devisenexperten der US-Bank sagen, dass die weltweiten Krisenherde dem Euro-Franken-Kurs nichts anhaben werden. Man geht bis Mitte 2015 von einem Anstieg des Euros auf 1,13 Franken aus.

Gemäß einer Börsenregel gibt die Entwicklung in den ersten fünf Handelstagen einen Vorgeschmack für ganze Jahr. Die Regel trifft in knapp 70% der Fälle zu und ergibt 2016 auch für den Devisenmarkt Sinn. Sollten an dem Euro die politischen Konflikte abperlen und dem Franken eine Aufwertung verwehrt bleiben, wäre das ein Zeichen der Stärke. Bei einer Beruhigung der Lage hätte der Euro-Franken-Kurs dann sehr gute Chancen zu steigen.