28.12.15

Franken Kreditnehmer konfus wegen Erste-Group-Prognose

Bei der Erste Group bekommt man kalte Füße: Der Euro wird es 2016 nur auf 1,13 Franken schaffen. Das Geldhaus legt eine zuvor gemachte Prognose, die den Wechselkurs in der Nähe von 1,20 sah, auf Eis. Franken-Kreditnehmer nehmen auch den mehrjährigen Ausblick einigermaßen konsterniert zur Kenntnis. Die Erste Group rechnet damit, dass der Euro ab dem Jahr 2020 von einer neuen Abschwächungsphase erfasst wird.

Wir erwarten "einen sehr moderaten Rückgang des Schweizer Franken über den von unserer Prognose erfassten Zeitraum (1 Jahr) in Richtung des Niveaus von ca. 1,13 Franken pro Euro", heißt es in einer aktuellen Währunganalyse der Erste Group. Im Oktober 2015 klang das noch anders. Seinerzeit hatte man einen Anstieg des Euros auf 1,16 Franken ins Auge gefasst, und zwar bis September 2016.

Die Korrektur der Wechselkursprognose sowohl auf der Zeitachse als auch bei der Stärke des Anstiegs ist für Franken-Fremdwährungskreditnehmer, die mit einer Konvertierung in eine Euro-Kredit liebäugeln, ein kleiner Rückschlag. Um einen großen Rückschlag handelt es sich bei dem von der Erste Group vorgelegten langfristigen Ausblick.

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"Von 2020 an wird der Betrag an ablaufenden endfälligen Schweizer Franken Krediten eine beträchtliche Größenordnung erreichen". Dies werde zusammen mit einer ab 2018 einsetzenden Vergrößerung des Wohlstandsgefälle zu Gunsten der Schweiz (und zu Lasten des Euroraums) Aufwärtsdruck auf den Franken ausüben. "Wir würden daher einen langsamen Anstieg des Frankens gegenüber dem Euro auf Sicht mehrerer Jahre erwarten", schlussfolgert die Erste Group.

Ergebnis:
Gemäß den neuen Schweizer Franken Prognosen der Erste Group sollten Franken-Fremdwährungskreditnehmer nicht darauf bauen, dass der Euro irgendwann wieder in luftige Höhen jenseits von 1,20 Franken steigen wird. Mit einer spürbaren Verringerung der Kreditschuld über die Wechselkurs-Schiene kann demzufolge nicht gerechnet werden.