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05.08.15

Optionshändler: Euro klappert noch einmal die Parität ab

Den Eurokurs zieht es auch im August in luftige Höhen. Ein Anstieg auf 1,08 bis 1,10 Franken liegt im Bereich des Möglichen. Aktuell notiert der Euro steigender Tendenz bei 1,0675 Franken - nach 1,0312 vor sechs Wochen. Optionshändler wollen sich mit einem höheren Wechselkurs partout nicht anfreunden. Aus den Preisen für Devisenoptionen ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von mehr 50 Prozent für ein Austauschverhältnis 1 zu 1 (Parität).

Weil das Auf und Ab des Wechselkurses zunimmt, handelt es sich bei einem Absturz auf die Parität und bei dem von vielen Banken prognostizierten Euro-Anstieg auf 1,10-1,13 Franken nicht um zwei Szenarien, die sich gegenseitig ausschließen. Vielmehr könnte beides eintreten. Aus Optionspreisen ergibt sich nach den Daten des Finanzdienstes Bloomberg eine Wahrscheinlichkeit von 52 Prozent dafür, dass der Eurokurs in den nächsten zwölf Monaten auf 1,00 Franken sinkt.

Dazu passt eine Wechselkursprognose der Commerzbank. Anders als die meisten anderen Banken prognostiziert sie bis Ende 2015 einen Absturz auf 1,00 Franken. Die Commerzbank lässt sich von der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die in den zurückliegenden Monaten wiederholt bei 1,03 Franken Euro-Stützungskäufe tätigte, nicht abschrecken.

"Vielleicht können sie (die SNB) die Frankenstärke auf kurze Sicht eindämmen, aber wir wissen, dass wird ihnen auf Dauer nicht gelingen. Sie müssten dann wieder anfangen zu intervenieren und wären wieder zurück im Teufelskreis. Sie intervenieren, die Bilanzsumme nimmt zu, das wollen sie nicht und sie hören wieder auf. Und Euro-Franken bricht wieder ein", erläutert die Analystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank.

Das Durcheinander der Meinungen über die zukünftige Kursentwicklung ruft die Charttechnik auf den Plan. Solange der Euro über 1,06 Franken bleibt, stehen die Chancen für einen Anstieg auf 1,08 Franken und höher gut. Fällt der Euro hingegen unter 1,06, müsste man mit einem Rücksetzer auf 1,03 Franken rechnen. An dieser Stelle befindet sich eine Unterstützung, die die SNB mit ihren Stützungskäufen künstlich angelegt hat.