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27.04.15

Zinssenkung als Trostpflaster für Franken-Kreditnehmer

Der Schweizer Franken ist meilenweit von seinem fairen Wert entfernt. 1 Euro müsste eigentlich 1,11 Franken wert sein, haben die Analysten der Danske Bank herausgefunden. Tatsächlich werden aber nur Kurse von 1,03-1,04 Franken bezahlt. Um das zu ändern, dürfte der von vielen Franken-Kreditnehmern mit Argusaugen beobachtete 3-Monats-Libor nach unten geschraubt werden.

Im Juni 2015 werde die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Leitzinsen ein weiteres Mal verringern, sagen die Devisenexperten der Danske Bank. Es sei mit einer Senkung um 0,10 Prozent des Leitzinssatzes (3-Monats-Libor) und des Einlagensatzes zu rechnen. Von dieser Zinssenkung angetrieben soll der Euro dann auf 1,05 Franken steigen, prognostiziert die Bank.

Als in Österreich noch Franken-Kredite an Privathaushalte vergeben werden durften, war es Gang und Gäbe, diese mit einer variablen Verzinsung auszustatten. Die Banken koppelten die zu zahlenden Zinsen zumeist an den 3-Monats-Libor zuzüglich eines individuellen Risikoaufschlages, der von den wirtschaftlichen Verhältnissen des Kreditnehmers abhing.

Die Geldhäuser rechneten seinerzeit nicht damit, dass der 3-Monats-Libor so tief in den negativen Bereich abrutschen könnte, dass sie mit dem Kredit nichts mehr verdienen würden. Aktuell liegt der 3-Monats-Libor bei -0,81 Prozent. Ein Kreditnehmer, der einen Risikoaufschlag von 0,7 Prozent in seinem Kreditvertrag stehen hat, muss somit keine Zinsen zahlen.

Anders sieht es bei einem Kreditnehmer mit einem Risikoaufschlag von 1,10 Prozent aus. Er muss nach Abzug des 3-Monats-Libors noch 0,29 Prozent Zinsen zahlen. Sollte die Danske Bank mit ihrer Zinsprognose recht behalten, wären es bald nur noch 0,19 Prozent. Bei einem vor zwölf Jahren aufgenommenen Franken-Kredit im Gegenwert von 100.000 Euro würde sich die jährliche Zinslast von 404 Euro auf 265 Euro verringern.

Weiterlesen: Franken-Kreditnehmer hadern mit Reinverlust