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18.11.14

Hebt die Mindestkurs-Abgabe den Euro auf 1,22 Franken?

Der Euro-Franken-Kurs tastet sich in den roten Bereich vor. Die in zwölf Tagen stattfindende Volksabstimmung "Rettet unser Schweizer Gold" hängt wie ein Damoklesschwert über dem Devisenpaar. Dennoch, oder gerade deswegen, steigen die Chancen für einen Blitzanstieg des EUR/CHF in der Adventszeit.

In den vergangenen 36 Handelsstunden tauchte die Wechselkursnotierung viermal auf 1,2010 ab. Es folgte jedes Mal eine kurze Aufwärtsbewegung. Dies ist ein Indiz dafür, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) genau an dieser Stelle interveniert.

Der Vorgang sieht folgt aus: Die SNB schöpft Franken über die Notenpresse. Mit den frisch gedruckten Franken geht sie bei den Geschäftsbanken hausieren. Die Geschäftsbanken verkaufen ihr sodann Euros. Im Gegenzug bekommen die Geschäftsbanken den erhaltenden Franken-Gegenwert ihren Konten gutgeschrieben.

Die Guthaben der Geschäftsbanken bei der Nationalbank sind in der vergangenen Woche das erste Mal seit längerem wieder gestiegen. Sie kletterten um 4,3 Milliarden auf 315,7 Milliarden Franken.

Dies ist ein Indiz dafür, dass die SNB Euro-Stützungskäufe durchgeführt hat, wenngleich man genaueres erst in der ersten Dezemberwoche weiß. Sodann wird die SNB ihre Pflichtmitteilung über die Höhe der Devisenreserven an den Internationalen Währungsfonds (IWF) herausgeben.

Es wird immer wieder darüber spekuliert, dass die SNB als nächstes einen Negativzins auf die Guthaben der Geschäftsbanken verhängen könnte, der wie eine Mindestkurs-Abgabe später automatisch von den Bankkonten der Schweizerinnen und Schweizern abgebucht werden könnte.

Noch schreckt die Schweizerische Nationalbank davor zurück. Allerdings könnte sie nach der Goldinitiative zu einem solchen Schritt greifen. Dies wäre einer Lockerung der Geldpolitik und könnte zu einem Blitzanstieg des EUR/CHF auf das Hoch vom August 2014 bei 1,2177 und darüber hinaus führen.

Zum Thema:
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