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26.10.14

Stresstest-Ergebnisse sind da: Was bedeutet das für EUR/CHF?

25 von 130 Banken haben den Fitnesstest der EZB nicht bestanden. In den Bilanzen der Geldhäuser schlummern sehr viel mehr faule Kredite als bislang bekannt. An den Finanzmärkten wird nach den EZB-Stresstests kaum Jubelstimmung ausbrechen. Vielleicht reicht es aber für ein kleines Strohfeuer, das den bei EUR/CHF 1,2060 liegenden Wechselkurs etwas anheizt.

Beim europaweiten Bankencheck der Europäischen Zentralbank (EZB) sind 19 Prozent der überprüften Banken durchgefallen. Insgesamt beträgt die Kapitallücke 25 Milliarden Euro. Die Ergebnisse liegen im Bereich der Erwartungen, zumal zwölf der durchgefallenen Banken ihre Kapitallücken bereits geschlossen haben.

"Diese bislang nicht dagewesene, tiefgehende Prüfung der Bilanzen der Großbanken wird das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Bankensektor stärken", sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio. "Dies sollte auch dazu beitragen, dass die Banken wieder mehr Kredite vergeben und so der Konjunktur helfen."

Faule Kredite

Problematisch sind die faulen Kredite, die in den Bilanzen der Geldhäuser schlummern. Bei den Bilanzchecks (Asset Quality Reviews) zeigte sich, dass 879 Milliarden Euro drohen nicht zurückbezahlt zu werden. Das sind 136 Milliarden (18,3 Prozent) mehr als bisher angenommen.

Am Devisenmarkt könnte der Euro gegenüber dem Franken zunächst etwas profitieren, weil der zusätzliche Kapitalbedarf mit 25 Milliarden Euro unter den Prognosen liegt. Danach dürfte es für den Wechselkurs wieder bergab gehen, weil die faulen Kredite um knapp ein Fünftel höher als von den Märkten eingepreist.

Es zeichnet sich ab, dass die EZB den Banken durch Langfristkredite und Ankaufprogrammen sehr viel länger unter die Arme greifen wird müssen als erwartet. Damit steigen zugleich die Chancen für einen Rückgang des Euros auf 1,2000 Franken.

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