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22.09.14

Ammenmärchen über Negativzins

In jüngster Zeit wurde über die Einführung eines Negativzinses spekuliert. Dem Euro half dies ein wenig. Er kletterte bis auf 1,2118 Franken. Nun geht es wieder nach unten, weil sich die Spekulationen über einen Strafzins für Schweizer Banken als Ammenmärchen entpuppen.

Der EUR/CHF-Kurs notiert aktuell mit fallender Tendenz bei 1,2066. Bevor die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen Negativzins einführe, dürfte sie zu altbewährten Mitteln greifen, meint die St.Galler Kantonalbank. Mit der Verteidigung des Mindestkurses bei 1,20 Franken pro Euro konnte sie bereits Erfahrung sammeln.

"Um ausländische Gelder abzuschrecken und die Attraktivität des Schweizer Frankens zu minimieren, genügt ein „Strafzins“ von 0,25% nicht", schreibt die Kantonalbank. "Der Schritt in den negativen Bereich müsste deutlich stärker sein, was nicht im Interesse der Nationalbank liegt."

Der Grund: Anstatt das Geld gegen Gebühren auf SNB-Konten zu lagern, dürften die Schweizer Banken wieder mehr Hypothekenkredite vergeben. Dies würde wiederum die Gefahren eines Crashs am Immobilienmarkt erhöhen.

Weiterlesen: Crash am Immobilienmarkt große Chance für Franken-Schuldner

An Stelle einer Lockerung der Geldpolitik über einen Negativzins erscheint es aus der Sicht von Notenbankchef Thomas Jordan sehr viel sinnvoller erst einmal überhaupt nicht auf die Lockerungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu reagieren.

Erst wenn der Euro auf 1,2000 Franken abtaucht, müsste die Schweiz die Geldschleusen öffnen. Wie das geht, weiß sie bereits. Im Frühjahr und Sommer 2012 verteidigte die Nationalbank den Mindestkurs, in dem sie Geld über die Notenpresse schöpfte.

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