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04.02.14

Die Märkte testen gerade die neue Fed-Chefin Janet Yellen

Wann beginnt Janet Yellen nervös zu werden? Die neue Chefin der US-Notenbank Fed werde von den Finanzmärkten gerade ausgetestet, sagte der institutionelle Trader Patrick Boyle vom dem Brokerage House BTIG im Gespräch mit CNBC. Der US-Wirtschaft droht ein Teufelskreis aus schwachen Konjunkturdaten und schwachen Finanzmärkten.

Wenn sich die beiden Entwicklungen gegenseitig verstärken, könnte Janet Yellen schon recht bald mit einem Bären-Markt an den Aktienmärkten konfrontiert sein. Yellen muss sich nun entscheiden, ob sie aus dem Vollen schöpft oder die Glaubwürdigkeit der Fed aufrechterhält.

Sollte am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht erneut eine Enttäuschung werden, dürfte der zweite Taper der Anleihekäufe erst einmal der Letzte gewesen sein. Die Fed-Chefin könnte genau das tun, wofür sie ein Faible haben soll: Geld drucken.

Die jährliche US-Inflationsrate in den USA lag zuletzt bei 1,5 Prozent. Wegen kaum wahrzunehmender Lohnerhöhungen sowie niedrigen Energiepreise im Zuge des Fracking-Booms gibt es keine Inflationsrisiken.

Vielleicht ist Yellen gerade dabei sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie sie den Märkten eine Unterbrechung des Tapering-Prozesses beibringen kann, ohne einen Glaubwürdigkeitsverlust zu erleiden. Derzeit ist das Ende des Anleihekaufsprogramms der US-Fed für Dezember 2014 eingepreist.

(Weiterlesen: Yellen wird Fed-Chef Bernanke in den Schatten stellen)

Würde Yellen nun signalisieren an den Käufen länger festhalten zu wollen, beispielsweise um die Inflationsrate auf gegen zwei Prozent zu hieven, käme der US-Dollar unter Verkaufsdruck. Die Verluste beim Dollarkurs CHF würden sodann auf den Euro-Franken-Kurs abfärben.

Im letzten Jahr hat sich heraus kristallisiert, dass es einen Anstieg des Dollars auf 0,95 Franken und darüber hinaus benötigt, damit der Euro in den Bereich 1,25-1,30 Franken steigen kann. 1 Dollar kostete zuletzt 0,9040 Franken.

"Der Wechselkurs wird zuerst gegenüber dem Dollar und dann auch zum Euro steigen", sagte Ian Stannard, Leiter Währungsstrategie Europa von Morgan Stanley im Gespräch mit dem Magazin "Finanz und Wirtschaft".