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16.01.14

Wall Street Journal ruft 2014 zum Jahr der Franken-Schwäche aus

Nachdem es mit einem Anstieg des Euros gegenüber dem Schweizer Franken im letzten Jahr, und dem Jahr davor (und davor), nicht geklappt hat, soll es nun endlich soweit sein. Die Devisenexperten haben sich seit der Einführung des Mindestkurses nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Eine der tollkühnsten Prognosen lieferte vor knapp einem Jahr die Commerzbank ab.

Diesmal soll nun alles anders sein, schreibt Clare Connaghan vom Wall Street Journal in ihrem Blog. Die Journalistin hat die Schweizer Franken Prognosen zuverlässiger Devisen-Auguren zusammengetragen und kommt zu dem Ergebnis: Nachdem im letzten Jahr der als sichere Hafen wahrgenommen Japanische Yen unter die Räder kam, ist dieses Jahr der Schweizer Franken fällig.

"Wenn 2013 das Jahr der Yen-Schwäche war, könnte 2014 der Schweizer Franken dem Yen seine Krone wegnehmen, insbesondere falls die Lage in der Eurozone beruhigt bleibt", sagt der Chef-Devisenstratege Steven Barrow von der Standard Bank.

Kreditnehmer

Dass Fremdwährungskredite eine Super-Sache sind, dürften derweil Yen-Schuldner berichten. Wer Anfang 2000 bei seiner Bank ein Yen-Darlehen im Gegenwert von 200.000 Euro zog, hat nicht nur einen beträchtlichen Teil an Zinsen gegenüber einer Euro-Finanzierung gespart. Kursgewinne versüßen den Yen-Kredit.

Im Januar 2000 war 1 Euro lediglich 103 Yen wert. Aktuell notiert der Euro-Yen-Kurs bei 143. Die Restschuld verringerte sich alleine durch die Aufwertung des Euros um 56.000 Euro auf 144.000 Euro. Hinzu kommt die Zinsersparnis von mindestens 30.000 Euro, so dass der Rückzahlungsbetrag des endfälligen Darlehens auf 114.000 Euro zusammen geschmolzen ist.

Von einer ähnlichen Entwicklung können Franken-Kreditnehmer bisher nur träumen. Sollten die Verantwortlichen für den Euroraum jedoch alle Probleme lösen (von B wie Bankenunion bis S wie Strukturreformen) könnte sich der Wachstumsausblick, wie von OeNB-Chef Nowotny zuletzt angeregt, deutlich erhöhen.

Kapital würde, vielleicht sehr viel stärker als man es sich derzeit vorstellen kann, massenhaft aus dem Niedrigzinsraum-Schweiz in den Euroraum fließen. Der Eurokurs könnte sodann auf 1,30 Franken oder deutlich weiter nach oben schießen und seinen fairen Wechselkurs, also jenen, der realwirtschaftlich gerechtfertigt wäre und derzeit bei 1,25-1,30 Franken liegt, wieder einmal ignorieren.