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11.12.13

Euro sinkt vor SNB-Sitzung auf 1,2204 Franken

Am Devisenmarkt notiert der Euro aktuell auf ein Siebenmonatstief bei 1,2204 Franken. Während die europäische Gemeinschaftswährung fast schon unheimliche Kursgewinne zum US-Dollar verbucht, bleibt sie gegenüber dem Schweizer Franken ein Verkaufskandidat. Der dahinter stehende Zentralbank-Monitor zeigt, dass das so bleiben dürfte.

Zunächst einmal ist die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Drücker. Sie wird aller Voraussicht nach eine Beibehaltung der niedrigen Leitzinsen sowie des Mindestwechselkurses für das Jahr 2014 in ihren Ausblick einbauen. Dies könnte dem Eurokurs CHF nach einer zehntägige Talfahrt ein wenig Rückenwind geben.

Als nächstes kommt die US-Notenbank Fed ins Spiel. Einer von Bernankes Bürokraten, der Präsident der regionalen Fed von St. Louis, James Bullard, hat eine Drosselung der Anleihekäufe für das Treffen des Offenmarktausschuss (FOMC) am 18. Dezember ins Gespräch gebracht. Allerdings könnte es sich mal wieder um eine Nebelkerze handeln.

Bullard, der als Verfechter einer ultralockeren Geldpolitik gilt, hatte unmittelbar nach dem legendären September-Treffen bereits ein Tapering für Oktober in Aussicht gestellt. Passiert ist bisher freilich nichts. Vielleicht positioniert sich da schon jemand für die Nachfolge der künftigen Fed-Chefin Janet Yellen. Bullards Medienauftritte häufen sich.

Sollte die Fed tatsächlich in der nächsten Woche ihre Anleihekäufe drosseln, könnte die Europäische Zentralbank (EZB) eingreifen . Der EZB-Direktor Benoit Coeure hat einen Schutz gegen Tapering versprochen. Wenn eine Drosselung der US-Anleihekäufe einen zu starken Zinsanstieg am Geldmarkt in der Eurzone hervorriefe, würde man Gegenmaßnahmen ergreifen, sagte Coeure beim Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten.

Im Klartext: Die EZB würde Anfang Januar 2014 durch ein langjähriges Refinanzierungsprogramm für die Banken die Liquidität wieder erhöhen. Das Anschmeißen der Notenpresse könnte den Eurokurs sodann auf 1,20 Franken drücken.