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31.10.13

Euro purzelt wegen EZB-Zinsfantasie Richtung 1,23 Franken

Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch und Inflationsrate auf Rekordtief. Der Euro gerät am Devisenmarkt unter Verkaufsdruck. Vor allem die schwelenden Deflationsgefahren nagen an dem Außenwert der Gemeinschaftswährung. Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte sich in der kommende Woche gezwungen sehen den Leitzinssatz auf 0,25 Prozent nach unten zu schrauben.


Der Eurokurs sinkt von 1,2372 auf 1,2329 Franken. Wie üblich, fallen die Kursschwankungen beim Devisenpaar Euro Dollar deutlich größer aus. Die Gemeinschaftswährung stürzt auf 1,3655 Dollar, nachdem sie zum Ende der letzten Woche im Hoch bis zu 1,3833 kostete.

Mit einem so drastischen Rückgang der Inflation hatte kaum ein Ökonom gerechnet. Die jährliche Teuerung in den 17 Euroländern sank von 1,1 Prozent im September auf 0,7 Prozent im Oktober, teilte das europäische Statistikamt Eurostat heute mit. Die Inflationsrate ist derzeit so niedrig wie zuletzt im November 2009. Die Arbeitslosenrate verharrt mit 12,2 Prozent auf einen Rekordhoch.

Wenn die Europäische Zentralbank in der ersten Novemberwoche ihre turnusmäßige Sitzung abhält, dürfte das Thema Leitzins wieder ganz oben auf der Liste der Diskussionsthemen stehen. Diesmal könnten sich die Vertreter der Euro-Südstaaten durchsetzen. Zur Bekämpfung von Deflationsgefahren erscheint eine Senkung des Schlüsselzinses von 0,50 Prozent auf 0,25 Prozent unumgänglich.

Mit einer lockereren Geldpolitik würde die EZB dem Wechselkurs des Euros zum Franken das Leben schwer machen. Allmählich gehen den Devisenexperten der Großbanken die Gründe aus, die für einen Anstieg der Gemeinschaftswährung sprechen. Die Credit Suisse ist seit kurzem der Meinung, dass nicht der Euro, sondern der Franken überbewertet ist.

Zum Thema:
"Zeitfenster für Euro-Anstieg über 1,30 schließt sich rasant"