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08.08.13

Spiegelt die SNB die Fed, dann müsste der Euro CHF steigen

Währungen mit der Eigenschaft "sicherer Hafen" sind derzeit gefragt. Neben dem Schweizer Franken wertet auch der Japanische Yen auf. Der Euro sinkt auf 1,2280 Franken und 128,40 Yen. Vor einer Woche kostete die Gemeinschaftswährung noch 1,2390 Franken bzw. 131,95 Yen. Der ganz große Verlierer ist der Euro jedoch nicht. Der US-Dollar wird noch sehr viel stärker abverkauft.

So klettert der Eurokurs gegenüber der US-Leitwährung auf ein Drei-Monats-Hoch bei EUR/USD 1,3370. Die US-Notenbank Fed wird gemäß einer Studie von Goldman Sachs ihre aufgeblähte Bilanzsumme erst im Jahr 2022 wieder auf den Stand vor der Finanzkrise reduziert haben. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) könnte der Fed folgen.

Die Experten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Fed die von ihr gekauften Staatsanleihen und Immobilienpapiere bis zur Endfälligkeit halten wird. Ein vorzeitiger Verkauf der Anleihen, der den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik beschleunigen würde, kommt ganz offenbar nicht in Betracht. Es könnte zu einem plötzlichen, unkontrollierten Anstieg der Zinsen kommen, der die Konjunktur abwürgen würde.

Die SNB könnte ähnlich Verfahren. Per Ende Juni 2013 besaß sie Währungsreserven im Gegenwert von 434,85 Milliarden Schweizer Franken, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichen Pflichtmittelung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) hervorgeht. Der Großteil des eidgenössischen Devisenschatzes ist in Staatsanleihen erstklassiger Bonität, wie deutschen Bundesanleihen, investiert.

Sollte die Schweizerische Nationalbank kommunizieren ihre in Euro denominierten Staatsanleihen möglicherweise bis zur Endfälligkeit halten zu wollen, könnte es der Franken dem US-Dollar gleichtun, und abwerten. Insofern erscheint ein Eurokurs unter der Marke von 1,23 Franken eine günstige Kaufgelegenheit.