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11.08.13

Schweizerische Nationalbank skizziert Mindestkurs-Ausstieg

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) will den Mindestkurs abschaffen, alsbald sie damit beginnt, die Zinsen anzuheben. SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine skizzierte wenige Wochen vor dem zweijährigen Geburtstag der Euro-Untergrenze bei 1,20 Franken zum ersten Mal eine Exit-Strategie. Hintergrund dürfte eine in der Schweiz schwelende Immobilienblase sein.

"An dem Tag, an dem die SNB sich dazu entscheidet, die Zinsen zu erhöhen, kann es nicht länger einen beschränkenden Mindestkurs geben, sagte Danthine der Zeitung "Le Matin Dimanche". Derzeit habe jedoch die Wechselkursbegrenzung des Schweizer Frankens zum Euro absolute Priorität. Die Untergrenze werde so lange wie nötig im Einsatz bleiben, fügte das SNB-Direktoriumsmitglied hinzu.

Mit der Abkehr von marktbasierten Wechselkursen hat die Nationalbank zwar die Exportwirtschaft gestützt und die Deflationsgefahren vermindert. Der Preis dafür war jedoch eine Immobilienblase. Viele von den ausgereichten Immobilienkrediten könnten die Verbraucher im Falle eines Zinsanstiegs nicht tragen, stellte Danthine fest.

Damit kämen zwangsläufig die Banken in Bedrängnis, die Danthine explizit davor warnt, sich auf den niedrigen Zinsen auszuruhen. Neben Kreditausfällen steht die SNB eidgenössische Geldhäuser kritisch gegenüber, die Hypotheken in erster Linie mit ihren Spareinlagen finanzieren. "Falls die Zinsen allgemein steigen, wird es teurer, die Spareinlagen zu halten, als die Banken heute allgemein glauben", erklärte Danthine.

Schwer vorherzusagen sind die Folgen für den Eurokurs CHF im Falle eines Platzens der Schweizer Immobilienblase. Gemäß den Aussagen Danthines wäre das langfristige Szenario wie folgt: Die SNB schafft den Euro-Mindestkurs bei 1,20 CHF ab. Anschließend erhöht sie die Zinsen. Dadurch könnten einige Banken ins Wanken kommen, was prinzipiell den Schweizer Franken unter Abwertungsdruck bringen sollte.