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25.08.13

Der Euro müsste eigentlich bei 1,26-1,27 Franken stehen

Am Devisenmarkt ist der Euro mit 1,2354 Franken vergleichsweise günstig zu haben. Die Gemeinschaftswährung müsste aufgrund der jüngsten Zinsentwicklungen eigentlich deutlich höher notieren. Die Renditen von deutschen Bundesanleihen und südeuropäischen Staatspapieren haben sich in den letzten Wochen stark angenähert.

Wäre die Krise in den Schwellenländern nicht dazwischen gekommen, stünde der Eurokurs derzeit mutmaßlich bei 1,25 bis 1,27 Franken. Darüber hinaus weisen Devisenexperten auf die dünnen Handelsumsätze der letzten Wochen hin. Die Tatsache, dass viele Marktakteure im Urlaub sind, wirkt sich ganz offenbar positiv auf den Schweizer Franken aus.

Das freundlichere Wirtschaftsumfeld werde dafür sorgen, dass die Nachfrage nach dem "sicheren Hafen" Schweizer Franken nachlasse, zitiert die Schweizer "Handelszeitung" die Devisenexpertin Ursina Kubli von der Privatbank Sarasin.

Südeuropa befreit sich allmählich aus den Rezessionen, wodurch die Risikoaufschläge der Staatsanleihen abschmelzen. Die Zinsen von italienischen Zehnjahrespapieren sanken seit Ende Juni 2013 von 4,90 auf 4,33 Prozent. Spaniens Renditen fielen von 5,13 auf 4,46 Prozent. Das alleine würde aber nicht ausreichen, um einen kräftigen Anstieg des Euros zu rechtfertigen.

Entscheidend sind die steigenden Zinsen bei deutschen Bundesanleihen. Die Renditen der Zehnjährigen schossen in den letzten fünf Wochen von 1,50 auf 1,94 Prozent nach oben. Der Risikoaufschlag (Spread) zu italienischen Staatsanleihen verringerte sich damit auf 2,39 Prozent, während der zu den spanischen Papieren auf 2,52 Prozent zurückging.

Am 22. Mai 2013, als der Eurokurs auf eine Zweijahreshoch bei 1,2650 CHF kletterte, lagen die Spreads bei 2,43 Prozent (Italien) und 2,75 Prozent (Spanien). Nach den italienischen Parlamentswahlen Ende Februar 2013, als der der Euro auf 1,2218 CHF abstürzte, waren es 3,45 Prozent (Italien) und 3,92 Prozent (Spanien).