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27.02.13

Italien-Wahl bringt Euro CHF Kurs dauerhaft aus der Spur

Italien kann sich trotz eines bizarren Wahlausgangs problemlos frisches Geld an den Kapitalmärkten besorgen. Allerdings müssen die Italiener tiefer in die die Tasche greifen als beim letzten Mal. Derweil bleibt der Kurs des Euros zum Schweizer Franken aus der Spur. Die Gemeinschaftswährung vermasselt den Sprung über 1,22 CHF und notiert am Mittwochnachmittag bei 1,2170 CHF.

Mit Argusaugen schauten Investoren auf die Platzierungen von fünfjährigen und zehnjährigen Schuldscheinen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Die in fünf Jahren fälligen Staatsanleihen gingen mit einem Zinskupon von 3,59 Prozent weg. Ende Januar musste man lediglich 2,94 Prozent bezahlen. Bei den Zehnjahrespapieren stieg der Durchschnittszins nach 4,17 Prozent im Januar auf 4,83 Prozent.

Die Höhe des Wahlschadens beträgt damit 39,4 Millionen Euro. Das sind keine Buchverluste. Das Geld wird dem italienischen Staatshaushalt an anderer Stelle in der Kasse fehlen. Wenn man sich in Rom nicht bald auf eine stabile Regierung einigt, könnten die zusätzliche Zinskosten sehr rasch auf mehrere hunderte von Millionen Euro anschwellen.

Game Changer

"Es bleib abzuwarten inwieweit die stringente Politik der SNB mit einem EURCHF Mindestkurs bei 1,20 beziehungsweise die Einführung des OMT-Programms der EZB entscheidende Game Changer waren", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den UBS-Experten Reto Huenerwadel.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im September 2011 einen Euro-Mindestkurs eingeführt. Seitdem wachen die Währungshüter darüber, dass der Schweizer Franken nicht zu sehr aufwertet, was im Falle eines Bruchs der Untergrenze gegeben wäre.

Die Europäische Zentralbank (EZB) installierte ein unlimitiertes Anleihekaufprogramm (OMT, Outright Market Transaction) im August 2012. Sie kaufte bisher jedoch keine Staatsanleihen klammer Euroländer.