28.1.16

EUR/CHF-Ausblick: Nächste Woche Abstieg

Der Euro ist mit seinen Kräften am Ende. Die Anzeichen verdichten sich, dass es sich bei Eurokursen über 1,10 Franken nicht um einen Dauerzustand handelt. Haushalte und Unternehmen in der Eurozone sind so schlecht drauf wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Darüber hinaus steigen die Risiken im schuldenbeladenen Südeuropa.


Im Euroraum trübt sich das Wirtschaftsklima auf den tiefsten Stand seit August 2015 ein. Damals war 1 Euro lediglich 1,08 Franken wert - aktuell sind es knapp 1,11 Franken. Der von der Europäischen Kommission erhobene Konjunkturindex sinkt überraschend deutlich von 106,7 Punkten im Dezember 2015 auf 105,0 Zähler im Januar 2016.

"Der Schweizer Franken zeigt sich trotz der Unsicherheiten an den Märkten recht schwach. Einen Abgesang auf den Franken als Safe-Haven-Währung rechtfertigt dies allerdings nicht. Die zu erwartende EZB-Lockerung im März dürfte zu erneuter Euroschwäche führen", kommentiert die Norddeutsche Landesbank. Sie prognostiziert für die nächsten drei Monate einen Rückgang des Euros auf 1,08 Franken.

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In Wahrheit seien die Pleite-Risiken der Euroländer, die die Staatsschuldenkrise zwischen 2010 und 2012 prägten, als Ausgangspunkt für Turbulenzen nie verschwunden, heißt es in einem Beitrag des Finanzdienstes Bloomberg.

Nach der Kombination von Mario Draghis Whatever-it-Takes mit dem Ankaufprogramm von Staatsanleihen durch die EZB (QE) hätten die Finanzmärkte böse Überraschungen in den Hintergrund gestellt, erklärt Marco Valli, Chef-Volkswirt bei Unicredit. "Aber QE ist nicht dafür konzipiert die politischen Risiken zu neutralisieren", so Valli.

Ein erstes Anzeichen für einen bevorstehenden Rückfall des Euro-Franken-Kurses wäre ein Taucher unter die wichtige Unterstützung bei 1,1050. Anschließend könnte es sehr rasch bis zu den nächsten Unterstützungen bei 1,09 und 1,0750 bergab gehen.

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