04.02.15

3 Gründe für den Anstieg von EUR/CHF 0,86 auf 1,0625 (+24%)

Der Eurokurs klettert über 1,06 Franken, nachdem sich die Wirtschaft im Euroraum schneller erholt als bisher gedacht. Versöhnliche Töne aus Griechenland begünstigen die Aufwertung der Gemeinschaftswährung auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Damit der Euro am Ball bleibt und möglicherweise über 1,10 Franken steigen kann, braucht es noch das Ja der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Griechenlands Schuldenplänen.

Zwischen dem 15. Januar 2015 und dem 4. Februar 2015 erhöhte sich der Euro von 0,86 Franken auf 1,0625 Franken (+23,55 Prozent). Eine tragende Säule des Anstieg sind Euro-Stützungskäufen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Sie hat nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses bei 1,20 Franken massiv interveniert. Mehr als 50 Milliarden Franken wurden über die Notenpresse "hergestellt" und gegen Euros eingewechselt, wie Statistiken der SNB zeigen.

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"Die Eurozone erlebte einen positiven Start ins Jahr 2015. Das Wirtschaftswachstum beschleunigte sich den zweiten Monat in Folge und mit der höchsten Rate seit Juli des vergangenen Jahres", teilt das Marktforschungsinstitut Markit mit. Der von Markit erhobene Sammelindex, der die Stimmung im produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor abbildet, kletterte von 51,4 Punkten im Dezember 2014 auf 52,6 Zähler im Januar 2015. Die Wachstumsschwelle liegt bei 50 Zählern.

Griechenland verzichtete derweil auf einen harten Schuldenschnitt. Finanzminister Gianis Varoufakis sagte in einem Interview, dass die Athener Regierung stattdessen an einer Vorschlagsliste von Umschuldungsmaßnahmen arbeite. Die versöhnlichen Töne sind neben den Euro-Stützungskäufen und dem anziehenden Wachstum in der Eurozone die dritte tragende Säule des EUR/CHF-Anstieg. Ein Grexit ist vom Tisch, nicht aber die Finanzprobleme Griechenlands.

Ein zentraler Bestandteil des Rettungsplan von Varoufakis ist die zusätzliche Ausgabe kurzfristiger Staatsanleihen in Höhe von 10 Milliarden Euro. Dazu bedarf es der Zustimmung der Europäischen Zentralbank (EZB). Mario Draghis EZB sperrt sich aber dagegen, weil Athen die Obergrenze von 15 Milliarden Euro bereits erreicht hat.

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