11.7.14

Portugals Banco Espirito Santo zwingt Euro in die Knie

Im äußersten Südwesten des Euroraums droht eine neue Bankenkrise auszubrechen. Das portugiesische Geldhaus Banco Espirito Santo (BES) gerät in Schieflage, weil der Mutterkonzern eine kurzfristige Schuldverschreibung nicht bedient. Der Euro-Franken-Kurs nähert sich wieder der Marke von 1,21.

Am Devisenmarkt notiert der Euro aktuell bei 1,2140 Franken. An den Börsen fühlt man sich an den Beinahe-Crash der spanischen Bankia vor zwei Jahren erinnert. Auch damals hatten die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft gesagt, dass die Bank ausreichend kapitalisiert sei. Ergebnis: Spanien schlüpfte unter den von den Euro-Finanzministern aufgespannten Banken-Rettungsschirm.

"Ausreichend kapitalisiert"

"Der Vorstand von BES glaubt, dass die potenziellen Verluste aus dem Engagement bei der Espirito Santo Group die Einhaltung der Kapitalvorgaben der Regulierer nicht gefährden", teilte das Geldinstitut mit. Bei der Espirito Santo Group handelt es sich um die in Luxemburg ansässige Mutter. Sie soll wegen milliardenhohen Verlusten in Angola kurz vor der Insolvenz stehen.

"Sollte sich die Lage in Portugal weiter verschlechtern, könnte sich die Flucht aus Risiken schnell auf die Bonds und weitere Anlageklassen anderer Euro-Mitgliedsstaaten ausweiten", zitiert die Frankfurter Allgemeine Adrian Miller von GMP Securities LLC in New York.

Die von der Banco Espírito Santo (BES) ausgehenden Ansteckungsgefahren auf die Märkte von Staatsanleihen sind demnach besonders gefährlich. Investoren stoßen derzeit portugiesische Staatsanleihen ab, was im Gegenzug binnen weniger Tagen zu einem Zinsanstieg bei den Zehnjährigen von 3,6 Prozent auf 4,0 Prozent führte.

Während den vielen Episoden der Schuldenkrise sank der Euro-Franken-Kurs oft bei einem Zinsanstieg südeuropäischen Staatsanleihen. Gleichzeitig gingen die deutschen Renditen zurück. Der Zinskupon von zehnjährigen Bundesanleihen ist derzeit mit 1,20 Prozent so niedrig wie zuletzt im Mai 2013.

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