20.3.13

Euro erholt sich auf 1,2220 CHF, Zypern nicht systemrelevant

Zypern darf pleite gehen. Der Euro könnte das locker wegstecken, wie die aktuelle Kursentwicklung nahelegt. Die Gemeinschaftswährung notiert am Mittwochmorgen nach dem Nein der zyprischen Parlamentarier zur Zwangsabgabe bei 1,2220 Franken. Das ist gut ein halber Rappen mehr als am Dienstagnachmittag, als Zyperns Finanzminister seinen Rücktritt einreichte.


Der Kurs des Euros zum Dollar steigt von einem Viermonatstief bei 1,2844 auf 1,2901. Spekulanten wetten darauf, dass die Lücke (Gap), die die Zypern-Krise über das Wochenende in den Charts hinterlassen hat, in den kommenden Tagen geschlossen wird. Die Chancen dafür stehen aus fundamentaler Sicht nicht schlecht.

Die US-Notenbank Fed wird aller Voraussicht nach heute Abend nicht ihren Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik ankündigen. Das könnte die Rückkehr des Euro Dollarkurses über die Marke von 1,30 ermöglichen. Das Devisenpaar Euro Franken würde womöglich auf 1,23 klettern.

Zypern: Was nun?

Die Politiker des Landes scheinen nicht rational denken zu wollen. Hätte man die Bankenabgabe für Guthaben über 20.000 Euro rasch durchs Parlament gebracht, wäre die Chance größer gewesen sein Geschäftsmodell mit dem "großen ausländischen Geld" noch rechtzeitig umzubauen. Nun dürften sich noch mehr Kunden dafür entscheiden ihre Konten leerzuräumen, weil der Euro-Austritt droht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird sich die Lage Zyperns einige Zeit anschauen. Wenn es jedoch dazu führt, dass sich in der Bilanz der Notenbank Milliarden an Verlusten anhäufen, wird die EZB den Stecker ziehen müssen und die Versorgung von Zyperns zwei größten Banken über Notfallkredite einstellen. Täte sie es nicht, würde sie die Euro-Verträge brechen.

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