08.01.13

Durch Werkelei am Mindestkurs gerät Immobilienblase außer Acht

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erscheint verunsichert. Der Wechselkurs des Euros zum Schweizer Franken macht nicht das, was er aus Sicht der Nationalbank soll. Dann ist da noch der überhitzte Hypothekar- und Immobilienmarkt. Der Mindestkurs heizt die Immobilienblase freilich an, sagen Devisenexperten. Hat sich die Schweiz übernommen?

Die Lage auf dem Immobilienmarkt habe sich weiter zugespitzt. "Wir sind beunruhigt", sagte SNB-Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg in einem Interview in der Fernsehsendung "ECO". "Wir hatten das Gefühl, dass sich im zweiten Quartal eine gewisse Entspannung eingestellt hatte. Leider hat sich das nicht wiederholt."

Am Devisenmarkt verläuft am Dienstag der Kurs des Euros zum Schweizer Franken seitwärts. Die Gemeinschaftswährung kostet 1,2088 CHF. Von der Aufwärtsbewegung des Euros gegenüber dem US-Dollar kommt nichts an. Ursache ist eine gleichstarke Abwertung der US-Währung zum Franken. Der EUR/USD Wechselkurs klettert in den zurückliegenden Stunden von 1,3016 auf 1,3138. Der Dollarkurs CHF fällt von 0,9285 auf 0,9200.

Was nun?

Eine Immobilienblase bekämpft man am besten durch steigende Leitzinsen. Dies sei aber derzeit nicht drin, sagte Zurbrügg dem Schweizer Fernsehen. Würde die Nationalbank ihren 3-Monats-Libor (aktuell: 0,01 Prozent) anheben, käme der Schweizer Franken wahrscheinlich unter noch stärkeren Aufwertungsdruck. Die Verteidigung der Untergrenze würde die Fremdwährungsbestände wieder in die Höhe schnellen lassen.

SNB Fremdwährungsbestände (Mrd. Franken)

Als nächstes dürfte die Nationalbank beim Bundesrat die Aktivierung antizyklischen Kapitalpuffers beantragen. Banken müssten sodann bei der Vergabe von Hypothekarkrediten mehr Eigenkapital vorhalten. Ob dies ein wirksames Instrument ist, um die schwelende Immobilienblase zu bekämpfen, darf bezweifelt werden. Liquidität ist genügend vorhanden, sowohl im nationalen und noch viel mehr im internationalen Finanzsystem.