25.10.12

Fed lässt vor US-Wahl nichts anbrennen, Euro über 1,21 CHF

Die US-Notenbank Fed hält an der expansiven Geldpolitik fest. Auf ihrer Zinssitzung beließ der geldpolitische Rat der Notenbank die Leitzinsen zwischen 0 und 0,25 Prozent. Der Eurokurs springt derweil über 1,21 CHF, weil Fed-Chef Ben Bernanke trotz dem jüngsten Rückgang der Arbeitslosenrate an seiner Unnachgiebigkeit festhält.

„Wenn sich der Ausblick für den Arbeitsmarkt nicht substanziell erholt, wird der geldpolitische Rat die Käufe von Hypothekenanleihen fortsetzen, zusätzliche Käufe starten und weitere geldpolitische Instrumente einsetzen, bis sich eine Verbesserung vor dem Hintergrund der Preisstabilität ergibt“, schreibt Bernanke.

Fed-Drohung

Die Passage befand sich bereits in der Fed-Stellungnahme vom September. Einige Volkswirte hatten eine Streichung der Androhung weiterer Lockerungen erwartet, weil die US-Arbeitslosenrate Anfang Oktober überraschend auf 7,8 Prozent von 8,1 Prozent des Vormonats gefallen war. Allerdings scheint das Bernanke nicht auszureichen.

Arbeitsmarktexperten führen den überproportionalen Rückgang auf die Tatsache zurück, dass Arbeitnehmer verstärkt in den Ruhestand abwandern. Der durchschnittliche Verdienst pro geleisteter Arbeitsstunde steigt kaum, weshalb es dem US-Arbeitsmarkt trotz der im internationalen Vergleich recht gesund aussehenden Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent nicht so gut geht, wie es der Anschein hat.

Zucker für die Märkte

Der Eurokurs steigt derweil auf 1,2101 CHF und 1,3012 USD. Die Risikobereitschaft erhöht sich, wodurch die Gemeinschaftswährung Auftrieb erhält. Übersetzt heißt Bernankes Drohung immer weiter zu lockern: „Ich gebe ich so lange Geld, bis ihr gar nicht mehr anders könnt, als damit die Gehalts-Schecks neuer Beschäftigter zu begleichen.“

Die Finanzmärkte finden die Liquiditätsflut hervorragend. Besonders gefällt ihnen an der dritten Fed-Lockerung (QE3), dass kein Ende abzusehen ist. Bei QE1 und QE2 kommunizierte Bernanke stets die Dauer der Anleihekäufe. Dieses Mal wird die Fed von den Käufen erst ablassen, wenn die US-Wirtschaft stark genug ist, um aus eigener Kraft Arbeitsplätze zu schaffen. Bernankes Amtszeit endet Anfang 2014.