08.08.12

Postbank macht Schweizer Franken Prognose bei EUR/CHF 1,24 fest

Die Schweizer Franken Prognosen der Postbank dürfte Euro-Optimisten Mut machen. So rechnen die Devisenexperten des deutschen Geldhauses in den nächsten drei Monaten mit einem Anstieg des Euros auf 1,21 CHF. Bis zum August 2013 erwartet man das Devisenpaar bei EUR/CHF 1,24, wie das zu der Deutschen Bank gehörende Geldhaus auf seiner Webseite mitteilt.

Aktuell notiert der Eurokurs bei 1,2012 CHF. Wenn der steile Anstieg auf EUR/CHF 1,2092 nachhaltig gewesen wäre, hätte die 1,21er CHF Prognose der Postbank gute Chancen gehabt, sich zu bewahrheiten. Nun könnte es darauf hinauslaufen, dass der Eurokurs bis November 2012 das gleiche macht, was er in den letzten Monaten getan hat, nämlich die meiste Zeit zwischen 1,2005 und 1,2015 CHF wenig verändert umher zu pendeln.

Wegen der ungelösten Schuldenkrise scheint für den Euro ein Anstieg aus eigener Kraft weiterhin kaum möglich zu sein. Die Europäische Zentralbank (EZB) signalisierte zwar die Bereitschaft Staatsanleihen klammer Euroländer zu erwerben. Allerdings kauft man damit nur Zeit. Vielen Investoren ist ein Dorn im Auge, dass Spanien und Italien keine durchstrukturierte Reformagenda haben, die schrittweise umgesetzt wird.

Italiens Ministerpräsident Mario Monti und Spaniens Premier Mariano Rajoy laufen mit ihren Reformvorhaben seit mehr als einem halben Jahr der Zinsentwicklung hinterher. Monti muss, wie sein Vorgänger Berlusconi, Reformgesetze mit einem Misstrauensvotum verknüpfen, um sie durch das Parlament zu bringen. Spaniens Regierung zapft derweil die staatliche Lottogesellschaft an, um rasch einen Hilfsfonds für die Regionen auf die Beine zu stellen.

Der „faire Wechselkurs“ des Euro zum Franken befindet sich bei 1,39. Das hat die Aargauische Kantonalbank in Kooperation mit dem Finanzdienst Bloomberg in Erfahrung gebracht. Diese volkswirtschaftliche Berechnung basiert auf der Kaufkraftparität. Wenn das ökonomische Gesetz hielte, würden nicht jeden Monat tausende von Schweizerinnen und Schweizern über die Grenze nach Deutschland und Österreich fahren, um billig einzukaufen.