18.07.12

Wieder wird nichts aus der Mindestkurs-Lösung: Euro: 1,2008 CHF

Der Eurokurs unternimmt in weniger als 24 Stunden zwei Anläufe vom Mindestkurs bei 1,2000 CHF wegzukommen. Das Devisenpaar versucht sich aus seiner Lethargie zu befreien und kletterte gestern Abend und heute Vormittag auf EUR/CHF 1,2014. Zu einem steilen Anstieg auf 1,2037, wie am 28. Juni 2012, kommt es jedoch nicht.

Zwar lockert sich die Risikoaversion an den Finanzmärkten ein wenig. Die Aktienmärkte steigen, während die Renditen für spanische- und italienischen Staatsanleihen zurückgehen. Allerdings profitiert der Eurokurs CHF nur sporadisch von Mutmaßungen, dass die weltkonjunkturelle Talsohle bereits durchschritten sein könnte.

US-Notenbankchef Ben Bernanke legt Optionen für eine weitere geldpolitische Lockerung dar. Konkrete Maßnahmen, um einen Änderung der Erwartungshaltung an den Finanzmärkten zu erzeugen, vermied der Fed-Vorsitzende am ersten Tag seiner zweitägigen Anhörung vor der oberen- und der unteren Parlamentskammer in Washington.

Sizilien-Pleite

Die autonome Region Sizilien steht offenbar kurz vor dem finanziellen Kollaps. Es gebe erhebliche Sorgen vor einer Pleite, sagte Italiens Ministerpräsident Mario Monti. Den sizilianischen Gouverneur Raffaele Lombardo, der die Zahl der Angestellten im öffentlichen Dienst um mehr als 30 Prozent erhöhte, forderte Monti auf bis zum Ende des Monats aus seinem Amt zu scheiden.

Politische Beobachter sprechen von „griechischen Verhältnissen“. Die Ratingagentur Fitch sieht jedoch kein unmittelbares Risiko eines Zahlungsausfalls, weil im Notfall offenbar Rom einspringen würde. Die Zinsen für italienische Zehnjahrespapiere fallen von 6,05 auf 5,97 Prozent. Siziliens Anteil an der italienischen Wirtschaftskraft beläuft sich auf 5,5 Prozent.