12.04.12

Eurokurs aktuell ist eingesperrt zwischen 1,20 und 1,2030 CHF

Am Devisenmarkt hadert der Eurokurs weiterhin mit der Untergrenze bei 1,2000 CHF. Nur die Schweizerische Nationalbank (SNB) kann die Gemeinschaftswährung davon abhalten, unter den Mindestkurs zu fallen. Dementsprechend ist das Aufwärtspotential begrenzt. Für das Devisenpaar ist derzeit bei EUR/CHF 1,2030 das Ende der Fahnenstange erreicht.

Aktuell steht der Eurokurs bei 1,2022 Schweizer Franken. Die Kursentwicklung ist geprägt von Mikrobewegungen. Nachdem der Nationalbank ein Missgeschick passiert und der Euro am Gründonnerstag für wenige Sekunde auf 1,1990 CHF abrutschte, versuchen die eidgenössischen Währungshüter nun ein wenig proaktiver vorzugehen und fangen bereits bei EUR/CHF 1,2010 mit der aktiven Gegenwehr in Form von umfangreichen Franken-Verkäufen an.

Ausgeweitete Risikoaufschläge bei den Staatsanleihen Spaniens und Italiens übertünchen positive Konjunkturdaten aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Die Industrieproduktion im Euroraum lag im Februar um +0,5 Prozent höher als im Januar. Analysten wurden vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt, weil sie einen Rückgang des industriellen Outputs um -0,2 Prozent prognostizierten.

Zehnjährige spanische Staatsanleihen rentieren aktuell bei 5,81 Prozent. Angesichts überschuldeter Verbraucher und Unternehmen, schwacher Banken und der Tatsache das Madrid auf etwa 30 Prozent der Haushaltsausgaben keinen Einfluss hat, weil sie in den Zuständigkeitsbereich der Provinzen fallen, verlassen Investoren das Land. Italiens Renditen steigen auf 5,57 Prozent, während deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren gestern ein Rekordtief bei 1,64 Prozent erreichten.

Bremsspuren des starken Schweizer Frankens werden derweil bei dem eidgenössischen Pharmariesen Roche sichtbar. Im ersten Quartal 2012 sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um ein Prozent. Rechnet man die Wechselkurseffekte heraus, so wurde jedoch ein Anstieg der Umsatzerlöse in Höhe von zwei Prozent geschafft.